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PANZERBALLETT - Tank Goodness

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Artist PANZERBALLETT
Title Tank Goodness
Homepage PANZERBALLETT
Label GENTLE ART OF MUSIC
Leserbewertung
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3.9/10 (7 Bewertungen)

Jazz Metal. Das ist eine dieser Begrifflichkeiten, die ähnliche Eigenschaften wie ein zweischneidiges Schwert aufweisen. Auf der einen Seite versierte und ambitionierte Künstler suggerierend, deren Bestreben es ist, musikalische Grenzen aufzuweichen oder gar vollends zu sprengen. Auf der anderen Seite ein inflationär gebrauchter Terminus für schlicht und einfach schwer einzuordnende Musik oder aber auch eine intellektuell anmutende Ausrede für schieren Lärm.

PANZERBALLETT nun sind Jazz Metal. Im wörtlichsten Sinne. Die Münchener haben mit „Tank Goodness“ bereits ihr viertes Album am Start, das jeweils zur Hälfte aus eigenen Stücken und Coverversionen bekannter Jazz(Rock)- und Popklassiker besteht. Zudem schmückt man sich mit diversen Gastmusikern von Rang und Namen, wie zum Beispiel RANDY BRECKER, der dann auch gleich mal beim Cover der eigenen Nummer „Some Skunk Funk“ behilflich ist. Stilistisch bewegt man sich niemals genau in der Mitte, sondern mehr in einer irrwitzigen Schlagzahl pendelnd zwischen Swing, Dub, modernem Groove Metal, Fusion, Funk, Djent, klassischem Barjazz und Bay Area Thrash. Frei nach der Sendung mit der Maus: Klingt komisch, ist aber so. Ist ja auch grundsätzlich nicht verkehrt. Im Gegenteil. Und durchaus kompetente Musiker sind PANZERBALLETT auch, exorbitant kompetente sogar. Sie selbst sprechen von Verkrassung, gerade im Hinblick auf ihre Art, mit den Standards umzugehen, die sie sich zu Eigen machen. Das ist sehr treffend formuliert und entlockt einem beim Hören auch immer wieder ein Kopfschütteln und ein debiles, anerkennendes Grinsen. Nachteil ist, dass manchmal die Nachvollziehbarkeit unter der zu starken Kopflastigkeit leidet und stellenweise schlicht und ergreifend der wellenförmige Flow in den Songs fehlt, der für ein angenehmes Hörerlebnis sorgt. Und einen von Natur aus schon üblen Song wie „(I’ve Had) The Time Of My Life“ können auch die verkrassenden PANZERBALLETT nicht mehr retten. Die eigenen Stücke der Band, wie zum Beispiel das ungemein groovende „Zehrfunk“ oder das proggige „Vulgar Display Of Sauerkraut“ (Songtitel des Jahres !!) können da schon eher überzeugen. Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, wie ich das alles nun finden soll. Auf der einen Seite gibt’s hier ohne Zweifel hochgradig guten und spannenden Crossover aus allem, was man so mögen kann und das rockt ungemein. Auf der anderen Seite…. na ja. Jazz Metal eben. Polarisierend wie immer.

Fazit: PANZERBALLETT sind Jazz Metal, dargeboten von versierten und ambitionierten Künstlern, deren Bestreben… siehe oben. Grenzen sprengen sie definitiv. Mit Inbrunst. Streckenweise bleibt es jedoch eben leider bei der Ambition. Für Leute, die selbst Musik machen, in jeder Sekunde interessant, für alle anderen mittelfristig wahrscheinlich zu anstrengend.

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