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PARA LIA - Gone With The Flow

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Artist PARA LIA
Title Gone With The Flow
Homepage PARA LIA
Label RECORDJET
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Bestimmt tue ich Cottbus unrecht, wenn ich schreibe, dass ich mit der größten Stadt in der Lausitz nicht wirklich künstlerischen Spirit verbinde. Wenn man wie Rene Methner jedoch im ländlichen Falkenberg irgendwo im brandenburgischen Nichts aufgewachsen ist, sieht das vielleicht ganz anders aus. Auf jeden Fall hat es das Mastermind von PARA LIA, der das Bandprojekt gemeinsam mit seiner Frau Cindy betreibt, nach Cottbus gezogen und im Internetzeitalter ist es womöglich auch ganz egal, wo man sich aufhält, solange man gutes WLAN hat. Angesichts der weltweiten Pandemie, die uns alle seit Monaten in Atem hält, wird das World Wide Web zumindest immer wichtiger und auch für PARA LIA spielt es eine besondere Rolle, denn das aktuelle Album „Gone With The Flow“, das digital bereits im Oktober erschienen ist und jetzt zusätzlich noch auf Vinyl veröffentlicht wird, ist nicht nur ein Stück Indie-/Alternative-Musik, sondern auch Teil einer Ausstellung.

Dafür haben PARA LIA mit dem New Yorker Künstler Louis Renzoni zusammengearbeitet. Ursprünglich sollte die Ausstellung im Big Apple und in Berlin gezeigt werden, jetzt ist daraus eine Online-Angelegenheit geworden, die hier besucht werden kann:

www.sophisticatedape.com/gone-with-the-flow-exhibition/

Von Renzoni wurde u.a. der Song „Riders On The The Dike“ inspiriert, der wiederum auf Storms „Schimmelreiter“ basiert. Die treibende Nummer ist so etwas wie der Lead Track des Longplayers, für den außerdem die englische Sängerin Kim Sanderson gewonnen werden konnte, die beim smoothen „Children of The Flood“ ein Duett mit Methner singt. Im Wesentlichen ist jedoch der Chef selbst für die Vocals zuständig – gekonnt unterstützt von der werten Gattin. Bei „Fools“ klingt der gute Rene ein wenig wie Justin Sullivan von NEW MODEL ARMY, musikalisch bewegen sich PARA LIA derweil im Spannungsfeld zwischen PHILLIP BOA AND THE VOODOO CLUB, ARCADE FIRE, THE MISSION und den EDITORS. Die Gitarren geben den Ton an – bisweilen auch durchaus ein bisschen melancholisch, aber stets mit viel Atmosphäre und Melodie.

Mit persönlich gefallen PARA LIA am besten, wenn sie mit viel Schwung bei der Sache sind. Dass dies einer gewissen Schwermütigkeit nicht abträglich sein muss, beweist das Duo etwa mit dem finalen „No Time For Butterflies“, womit sich der Reigen nach dem vielversprechenden, druckvollen Opener „My Muse“ hörenswert schließt. Filler verstecken sich dazwischen zwar keine, aber „Time And Again“ und „The Painter“ zählen für mich zu den schwächeren Tracks der ansonsten erstklassigen „Gone With The Flow“-Langrille.

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