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PARADISE LOST - The Plague Within

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Artist PARADISE LOST
Title The Plague Within
Homepage PARADISE LOST
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Auch wenn schon seit einigen Jahren die Entwicklung zurück zum härteren Sound zu beobachten war, konnte sich kaum ein Fan eine wirkliche Rückkehr zum Death/ Doom des ersten Albums „Lost Paradise“ vorstellen. Selbst als Gitarrist/ Songwriter Greg Mackintosh mit VALLENFYRE sein Death Metal-Nebenprojekt startete und Fronter Nick Holmes überraschend bei BLOODBATH den wieder einmal vakanten Platz am Mikro übernahm. Doch weit gefehlt!

Los geht es auf „The Plague Within“ mit dem eingängigen „No Hope in Sight“ und einer Melodie, wie sie nur ein Mr. Mackintosh hervorbringt! Ein Wort: Meisterhaft! Dazu raunt Nick Holmes das erste Mal seit dem Debüt wieder richtig schön staubtrocken-kratzig ins Mikro. Im Refrain lässt man dann aber auch die sphärischen, cleanen Vocals einfließen, was den Song nicht nur grandios macht, sondern auch perfekt zum Terminus „zurück nach vorne“ passt. „Terminal“ und „Cry Out“ pumpen sich als deathige Midtempo-Walzen mit natürlich weiteren herausragenden Melodien in die Gehörgänge. Ein kompletter Song mit Holmes-Growls? Ja, das geht wieder! „Punishment through Time“ kommt wie eine Fortsetzung von „Pity the Sadness“ daher, so ähnlich klingen phasenweise die Riffings und so vergleichbar auch die Vocals. „Flesh from Bone“ markiert dann den wohl brutalsten PARADISE LOST-Song seit 25 Jahren, knallt sicher der Track doch knallhart durch die Boxen, die Riffs schrebbeln fast blackig-angehaucht und die hintergründigen Synths tragen das Ihrige zu dieser infernalischen Atmosphäre bei. Kracher! Aber die Briten haben nicht nur mit Death Metal begonnen, sondern im Folgenden auch den Sound von Doom und Gothic Metal maßgeblich geprägt. Und auch da beweist die Band allen, dass sie noch immer nur zu gut weiß, wie der Hase läuft. So wuchtet sich „Beneath Broken Earth“ tonnenschwer in den Kampf, „An Eternity of Lies“ (inkl. weibl. Backing Vocals und Streicher-Klängen) und „Sacrifice the Flame“ hingegen kommen so depri und melancholisch daher, dass man sich gleich mitsamt CD-Player eingraben lassen möchte. Herrlich! Und „Return to the Sun“ rundet das Album und eigentlich die gesamten letzten 27 Jahren mit allem ab, was PARADISE LOST ausmachen. Düster und brutale Vocals, satte Riffs, grandiose Melodien…

Viele Fans haben sich wieder härtere Klänge dieser Band gewünscht! Haben sie es „nötig“ gehabt, wieder in die Richtung zu gehen? Ganz sicher nicht, denn kaum eine Diskographie ist derart vielseitig und dabei so großartig, wie die der Briten. Was aber passiert, wenn man selbst Bock auf diesen Sound hat, zeigt „The Plague Within“ mehr als eindrucksvoll. Also, Kinnlade wieder hochklappen und nochmal das Album von vorne reinziehen!

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