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PARADOX - Electrify

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PARADOX
Title Electrify
Homepage PARADOX
Label AFM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.8/10 (17 Bewertungen)

Mitte der 80er wurde die blutjunge Combo um Charly Steinhauer als DIE deutschen METALLICA gehandelt und räumte folgerichtig mit dem 87er-Debut „Product of Imagination“ alles ab, was es damals abzuräumen gab (u.a. fast Europaweit in allen Gazetten „Album des Monats“, so auch im Rock Hard und Metal Hammer)! Auch der 89er-Nachfolgehammer „Heresy“ wurde zu Recht gelobhudelt, wie vielleicht noch BLIND GUARDIAN damals. Doch trotz des massiven Erfolges zerbröselte das Line Up, der allgemein bekannte Business-Shit erledigte den Rest und der hoffnungsvollste Thrash-Newcomer aus deutschen Landen lag die nächsten 10 Jahre im Dornröschenschlaf. 1999 wollte es Metalhead Charly aber noch mal wissen. So scharte er für den fulminanten Reunion Gig in Wacken keine geringeren wie die Holzwarth-Brüder (damals SIEGES EVEN, später noch BLIND GUARDIAN) und den zweiten Gitarristen Kai Pasemann um sich, mit denen 2000 auch das Thrash-Juwel „Collision Course“ eingemeißelt wurde. Meister Classen sorgte für fetten Wumms und die Band für gnadenlose Ohrwurm-Thrashgranaten, die den obigen Millionensellern zeigte, wie man’s richtig macht! Doch wieder meinte es das Schicksal nicht gut mit der Band und in den nächsten 5 Jahren war Charly mit diversen familiären Todesfällen und einer beinahe tödlichen Krankheit „beschäftigt“, was natürlich nicht im geringsten an irgendwelche Bandaktivitäten denken ließ. Überraschenderweise kam aber 2006 doch das erneute Comeback zusammen mit Kai auf dem „Keep it True“, einzelne 2007er-Gigs folgten, bevor es an die Aufnahmen zu einem neuen Album ging. Welches nun endlich vorliegt und dem Titel entsprechend auch wieder elektrisiert. Das Händchen für hochmelodische und dennoch wahnwitzig schnelle Thrasher ist dem guten Charly zum Glück nicht abhanden gekommen… „Ride the Lightning“/ „Master of Puppets“ war vorgestern, heute ist PARADOX!

Der Lichtgeschwindigkeitsopener „Second over Third by Force“ wird jeden Metalli-Banger der ersten Stunde ausrasten lassen! PARADOX hätten heute den gleichen Status, wie ihn BLIND GUARDIAN inne haben und das, ohne sich von ihren Wurzeln zu entfernen. Das mächtig treibende „Monument“ würden die Bay Area-Veteranen wohl auch gerne noch mal hinbekommen… seit den 90ern klappt das bei denen nur nicht mehr. Hymnischer Refrain mit hochmelodischen Gitarrenläufen, treibender Beat mit tackerndem Schlagzeug, eingängiger Gesang… Granate! Und wem sich bei „Portrait in Grey“ nicht sämtliche (und ich meine sämtliche!) Haare aufstellen zur Gänsehautversammlung, der hat mit Musikalität nix am Hut. Ein Midtempobanger vor dem Herrn mit den geilsten Soli seit langem im Thrashbereich. Die progressiven Elemente, die schon immer im PARADOX-Sound einflossen, kommen bei dem rasanten „Hyperspeed Hallucinations“ hervor. Ähnlich, wie METALLICA es 1988 zelebrierten, nur wesentlich speediger und mit knalligerem Sound! Nach dem etwas ruhigeren und nicht ganz so spektakulären „Bridge to Silence“ geht es mit „Infected“ wieder in Granatenregionen, einfach geil auf die Glocke. Charlys Riffing sucht nach wie vor seinesgleichen. Da steht „Disconnected“ in nichts nach, die Moshparts werden sämtliche Glocken kreisen lassen.

„Cyberspace Romance“ zeigt die Herren noch mal von einer ruhigeren Seite, bevor der Titeltrack zum Abschluss erneut sämtliche Matten niederbrennt und alle Thrasher ins Nirvana beamt. Auf die neue METALLICA braucht ihr gar nicht warten, hier ist sie! KAUFZWANG!!!

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