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PARADOX - Tales of The Weird

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PARADOX
Title Tales of The Weird
Homepage PARADOX
Label AFM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (2 Bewertungen)

Wenn man von klassischem Speed/ Thrash Metal spricht, dann MUSS seit 1986 immer ein Name ganz vorne auftauchen: PARADOX! Die deutschen Überkönner fügen ihrer mehr als beachtlichen Historie nun mit „Tales of the Weird“ das 6. unverzichtbare Hammerwerk hinzu. Charlie Steinhauer kann´s eben einfach. Das schön eingeleitete eröffnende Titelstück mit seinem unnachahmlichen Highspeed-Getrete, den obermelodischen Gitarren und Soli, geilem Refrain und mörderischen Riffing bastelt in dieser Qualität keine zweite Band zusammen! Nicht umsonst galten die Jungs schon seit dem 86er-Kracherdemo als einzig legitime Antwort auf METALLICAs Über-Meilenstein „Master of Puppets“, erst recht mit dem 87er-Debutkiller „Product of Imagination“. Diesen Umstand kann man auch heute noch so stehen lassen! Wer auf beinharten, mächtig speedigen, treibenden, filigranen Headbanger-Thrash der frühen METALLICA-Schule steht, der kommt um PARADOX nicht herum. Das rasierende, mächtige Gänsehautriffing im Opener killt alles, geiler kann man nicht zocken!

„Day of Judgement“ geht nur leicht gemächlicher in die Birne, das furztrocken wie alte EVILDEAD alles wegknüppelnde „Brutalized“ lässt selbst die letzte morsche Rübe bis ins Delirium rotieren. Trotz allen Speeds bremsen die Herren aber auch immer mal wieder geschickt melodisch runter, solieren Großartigkeiten aus dem Ärmel, als wär´s nix und lassen ein ums andere Mal an glorreichste früh-BLIND GUARDIAN denken, denen man aber locker die Hobbits unter´m Arsch wegsemmelt! Wir befinden uns hier in der Liga alte METALLICA, OVERKILL, TESTAMENT und Konsorten. Nur waren die immer durchgehend am Start, während PARADOX aus Krankheitsgründen immer wieder lange pausieren mussten. Im getrageneren, epischeren Midtempoburner „Fragile Alliance“ fühlt man sich auch mal an die ebenfalls genialen PERZONAL WAR erinnert und es wird wieder einmal mehr als deutlich, dass es auch abseits der großen Thrash-Combos ganz ganz exquisiten Stoff gibt, der jene sogar häufig noch locker abhängt. Charlies Riffing ist einfach einzigartig, dem kann man sich nicht entziehen. Beim pfeilschnellen „Escalation“ fühlt man sich in die goldenen 80er zurückgebrettert, nur moderner produziert und technisch noch ausgefeilter gezockt freilich, was insgesamt quasi für die ganze Scheibe gilt. „Brainwashed“ bringt´s auf über siebeneinhalb Minuten, Charlie hat´s halt mit längeren Tracks (ähnlich wie HEATHEN), ist aber dennoch zu keiner Sekunde langweilig. Der vielschichtige, meist zackig treibende Track zeigt die Variabilität von PARADOX auf. Sogar ein langsam-doomiger Part im Refrain passt bestens rein, ebenso die leicht proggigen Versatzstücke im ausgiebigen Soloteil. Das harte „Slashdead“ ist wieder eher was für die straightere Thrash-Fraktion, das fast schon DREAM THEATER-artige, spanisch angehauchte Kurzinstrumental „Zeitgeist“ leitet wunderbar in den nächsten Highspeedklopper „The Downward Spiral“ über, hier wird einfach nur mörderisch EXODUS-mäßig Gas gegeben! Der Schluss-Song „A Light in the Dark“ ist dann eine grandiose RAINBOW-Coverversion, die unthrashy und als normale Heavy Metal-Version gezockt wird inklusive spacigen Keyboards und famosen Soli!

Ein fulminanter Schlusspunkt unter eine erneut von vorne bis hinten frische und killende Granatenscheibe, die gefälligst in jeden Speed/ Thrash-Haushalt gehört! PARADOX! KAUFEN!!!

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