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PASCAL FINKENAUER - Unter Grund

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Artist PASCAL FINKENAUER
Title Unter Grund
Homepage PASCAL FINKENAUER
Label PASCAL FINKENAUER TONTRÄGER
Leserbewertung
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9.5/10 (4 Bewertungen)

PASCAL FINKENAUER wird dem ein oder anderen durch seine Kollaboration mit FETTES BROT bekannt sein. 2005 hat er seine Stimme dem Brote-Hit „An Tagen wie diesen“ geliehen und im vergangenen Jahr kam noch der FB-Stalkersong „Ich lass dich nicht los“ dazu. Zwischendurch tourten die Herrschaften gemeinsam noch annähernd ein Jahr, bevor 2007 FINKENAUERs zweites Soloalbum „Beste Welt“ erschien. Die Single „Manchmal zwischen den Gebäuden“ schaffte es immerhin bis auf Platz 69 der Charts. Aktuell ist der umtriebige Punkchansonier, der seit der Jahrtausendwende mit diversen musikalischen Projekten in Erscheinung getreten ist, bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest mit dem Titeltrack seines neuen Longplayers „Unter Grund“ für Rheinland-Pfalz mit von der Partie.

Welche Chancen das flotte Stück gegen die Konkurrenz (u.a. PETER FOX, OLLI SCHULZ, POLARKREIS 18) hat, wage ich nicht zu prophezeien, auf jeden Fall macht die Nummer Laune. Hörenswert sind die zwölf, komplett von PASCAL FINKENAUER komponierten, eingespielten und produzierten Tracks allemal. Egal, ob eher wehmütig wie beim Opener „Ich blicke an dir vorbei“ über eine gescheiterte Beziehung oder im Stil des eindringliche „Nebenan“, dessen Vocals deutliche Parallelen zu „An Tagen wie diesen“ aufweist. „Weißt du noch“ gefällt mit zarten Streichern, während „Verdammt sein“ mit druckvollen Gitarren und treibenden Drums mehr Tempo macht. Wesentlicher Bestandteil der FINKENAUER-Discografie sind stets auch die poetischen und leidenschaftlichen Texte, denen man ebenso viel Aufmerksamkeit wie dem Sound schenken sollte. Randvoll mit Emotionen ist auch „Und wieder kommt die Nacht“. Da wechseln sich rhythmusbetonte Passagen mit melancholischen Melodien ab, die bei „Verrosteter Revolver“ von akustischen Gitarrenklängen abgelöst werden. Hier wird er seinem Ruf eines „postmodernen Liedermachers“ ebenso gerecht wie bei „Euer Wort“, bei dem er einmal mehr den Blick auf die Befindlichkeiten der Gesellschaft lenkt. „Zu glatt“ ist mein persönlicher Favorit des Multiinstrumentalisten. Gespickt mit elektronischen Frickeleien, gibt FINKENAUER Gas und brennt sich mit stampfenden Rhythmen und messerscharfen Lyrics ins Hirn. Ungleich ruhiger präsentiert sich da „Vor die Hunde gehen“. Die Vocals fast auf dezenten Sprechgesang reduziert, bleibt auch die Instrumentierung zurückhaltend. Mit deutlich mehr Spielereien kommt stattdessen „Sucht“ daher. Ein tief brummender Bass sorgt für den Herzschlag-Beat, auf den leichtfüßig die Harmonien aufspringen, bevor „Nur aufstehen“ zum letzten Mal eine fragile Stimmung zaubert.

Nicht ganz 36 Minuten ist „Unter Grund“ lang. Offensichtlich beschränkt sich PASCAL FINKENAUER gern auf das Wesentliche, was ihm auch ohne jeden Fehl und Tadel gelungen ist. Musik mit den Ansätzen des Chansons, verbunden mit Elementen aus Punk, Hip Hop, Electro und Pop, mit eigenwilligen und querköpfigen Texten, die trotzdem die nötige Eingängigkeit bewahrt hat.

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