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PASSENGER - s/t

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Artist PASSENGER
Title s/t
Homepage PASSENGER
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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4.0/10 (2 Bewertungen)

Wenn Musiker aus bekannten Bands sich zu Projekten zusammenschließen, ist oft Vorsicht angesagt. Manchmal geht es um zusätzliches, leicht verdientes Geld, manchmal auch um die Auslebung von Profilneurosen. Nur selten steht eine Vision dahinter, wie ich sie bei den Mannen von PASSENGER erkenne. Doch wer sind überhaupt die vier Kapitäne, die uns mit auf eine Reise durch den modernen Metal nehmen wollen?

Anders Fridén fungiert bekanntermaßen als IN FLAMES-Frontmann, Niclas Engelin war für die „anderen“ Schweden von GARDENIAN tätig. Und der Drummer Patrick J. Sten trommelte beispielsweise für die Hard-Groover von TRANSPORT LEAGUE. Allen gemein ist die Vorliebe für Bands wie HELMET, CHUM oder THE TEA PARTY plus den Pop Appeal solcher Heroen wie DEPECHE MODE. Bereits 1995 nahm der harte Kern der Truppe 2 Songs auf, die aber niemals veröffentlicht wurde (damals noch unter dem Namen „CLIFF“). Aber erst im Jahre 2000 erschien das erste offizielle Demo, 2001 bereits das abgefeierte zweite. Nun ist es für Musiker solchen Schlages bestimmt einfacher ein williges Plattenlabel zu finden, zumal man mit den jeweiligen Hauptbands schön werben kann. Aber hier wurde wirklich Qualität auf den Silberling gepackt.

Da Patrick als Tontechniker im Studio Fredman arbeitet, nahm man selbstverständlich dort auf, so dass hin und wieder Anklänge an die typischen Death Metal Produktionen zu finden sind. Ansonsten knallt das Material fett und differenziert aus den Boxen. Aber die eigentliche Schublade ist schwer zu beschriften, ich nenne es mal „Moderner Alternative Metal“. Fridén singt die meiste Zeit klar und beweist, dass er mehr kann als in der Gegend herumzugrunzen. Dazu feuert die Instrumentalfraktion interessante und groovige Riffs en masse heraus. Auch Keyboardspielereien, wie sie moderne Metal/ Gothic-Bands heute benutzen, werden in den Sound integriert und erhöhen den Pop-Appeal. Die Zutaten sind klar: Nu Metal, Alternative Rock, Industrial Metal, Elektro Pop, auch mal das eine oder andere Death-Riff. Dazu schön ausgearbeitete Refrains. Lediglich der Übersong fehlt, was aber durch die allgemein hochstehende Qualität mehr als wett gemacht wird. Durch das hohe Crossover-Potenzial wird man sicher eine extrem große Zielgruppe erreichen und vielleicht schon bald die Charts knacken können. Wir sind alle Passagiere, nur wohin wird die Reise gehen?

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