Band Filter

PASTOR GERALD - Planet der Pfaffen

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PASTOR GERALD
Title Planet der Pfaffen
Homepage PASTOR GERALD
Label DACKELTON RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

2017 aus purem Spaß gegründet, wird aus der einstigen Partyband PASTOR GERALD bald ein ernstzunehmendes Projekt. Nach der Corona-Pause entstehen eigene Songs, 2022 erscheint die erste EP. 2023 stößt Sängerin Maja dazu – und plötzlich passt alles. Zwei Proben später: Auftritt auf der Jungen Bühne der Kieler Woche. Zufall? Vielleicht. Schicksal? Wahrscheinlicher. Inzwischen waren Maja Eysenbrandt (Gesang), Jona ‚Tüte‘ Kortüm (Bass, Gesang & Texte), Mick Vering (Gitarre), Jannik ‚Jannse‘ Krause (Drums) und Jakob Brandt (Gitarre) im Studio und haben ihre Langspieldebüt „Planet der Pfaffen“ aufgenommen, das dieser Tage das Licht der Plattenläden erblickt hat.

„Filigran-Punk“ nennt der Fünfer seine musikalische Ausrichtung – melodisch, derb und frech zugleich. Dazu kommen originelle, gesellschaftskritische Texte und eine deftige Prise Humor. So bekommt sogar die „Brotdose“ ihren eigenen Song – und wer einmal darüber nachdenkt, welchen fragwürdigen Inhalt viele Kinder täglich im Kindergarten oder in der Schule auspacken (wenn überhaupt was drin ist), merkt schnell: Diese Nummer hat ihre Berechtigung. Dass PASTOR GERALD dabei ausschließlich „Gottes Plan“ folgen, versteht sich von selbst. Und wer weiß – vielleicht nickt sogar die Amtskirche zustimmend zu Zeilen wie „FDP hat Sexverbot“. Wenn im Alter das Dosen­sammeln nicht mehr reicht, wird’s mit „Dosenpfändung“ schnell kriminell. Läuft es dann ganz schlecht, kommt noch die „A.E.K. (Allgemeine Eichel Kontrolle)“ dazu – ein wunderbar schräges Stück über Polizeiwillkür, Machtmissbrauch und Kiffen. Das straighte „Karens“, bereits auf der ersten EP vertreten, thematisiert Egoismus, Homophobie und Rassismus. Und dann wäre da noch die „Furzstängelpatrone“ – ein Begriff für Vapes, den man so schnell nicht vergisst. PASTOR GERALD sagen klar, was sie von diesem olfaktorischen Phänomen halten: nichts. Ihr Hauptquartier hat das Quintett in Lübeck, unweit vom Timmendorfer Strand, wo sie mit gleichnamigem Song zu einem höllischen Trip ins vermeintliche Paradies der Bonzen, Poser und Blender einladen. Mein persönliches Highlight kommt zum Schluss: „Natural Born Müllers“ – mit einem Hauch Country und einer gehörigen Portion Gesellschaftssatire über die bürgerliche Mitte. Ein energiegeladenes Finale für ein Album, das Haltung mit Humor verbindet.

Während durch die Republik ein Aufschrei geht, weil in Berlin eine evangelische Pfarrerin vier Männer gesegnet hat, die miteinander eine polyamore Beziehung führen, dürfte „Planet der Affen“ nicht für einen Skandal sorgen. Sollte Punk jedoch Gott sein, sind PASTOR GERALD zweifellos seine Missionare, die jeden ihrer Gottesdienste – äh Gigs – zu einer unheiligen Pogoparty machen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu PASTOR GERALD