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PATRICE - Free-Patri-Ation

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Artist PATRICE
Title Free-Patri-Ation
Homepage PATRICE
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

PATRICE ist schon immer ein besonderer Künstler gewesen, denn selten findet sich ein Musiker, der gleichermaßen sympathisch, down to earth sowie relaxt wirkt und dazu auch noch auf authentische Art und Weise Musik mit einer besonderen Emotionalität unter die Leute bringt, die bestens zu unterhalten vermag. Mit „Free-Patri-Ation“ verwirklicht der Kerpener nun bereits zum vierten Mal auf Albumlänge seine schöpferische Kraft und es kommt einem Reifezeugnis gleich, was da aus den Lautsprechern dringt. Als Hommage an seinen Vater und an dessen Heimat Freetown in Sierra Leone gedacht wird das aktuelle Werk als persönliche Unabhängigkeitserklärung deklariert – wer kann das sonst schon vorweisen? Ganz deutlich spür- bzw. hörbar ist das Bestreben von Patrice Bart-Williams, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Dieses kreative Fortkommen äußert sich vor allem in der stilistischen Vielfalt, die auf „Free-Patri-Ation“ erklingt. Dabei sind einige der 12 Stücke gar nicht unbedingt immer eindeutig einem bestimmten Genre zuzuordnen, aber zu jeder Zeit homogen und unverkennbar PATRICE.

Auch wenn natürlich weiterhin einige eher klassische Reggae-Tunes vorhanden sind („He don´t answer“ oder „Another one“), ist es Babatunde gelungen, neben soulig-funkigen Elementen etwa in „Dove of peace“ und „Same ol´ story“, wo ihn seine Lebenspartnerin Ayo mit Gesang begleitet, auch die eigenen afrikanischen Wurzeln stärker in den Focus zu rücken. Dies erfolgt allerdings nicht frontal, sondern es sind eher kleinere Details, die sich mit den übrigen Einflüssen zu einer großen Melange verbinden. Daher scheint an manchen Stellen die Kategorisierung Weltmusik gar nicht mal unangebracht, denn PATRICE bringt eigentlich alles mit, was einen universellen Künstler ausmacht, zumal nicht zuletzt auch den Kompositionen eine gewisse Spiritualität und eine freiheitliche Kraft immanent ist. Diese Bandbreite von „Free-Patri-Ation“ ist sicherlich auch auf die erfolgte Kooperation mit Produzent Commissioner Gordon zurückzuführen, der immerhin schon für Stars wie LAURYN HILL, ALICIA KEYS oder AMY WINEHOUSE tätig war.

„Free-Patri-Ation“ hat eigentlich alles, was ein Album braucht. Neben groovigen Momenten (man achte auf den meist kraftvollen Bass) ist es zum Beispiel die Vorab-Single „Clouds“, eine smoothe Gitarrenpop-Ballade, oder das beschwingte „Appreci-luv“, die Flexibilität beweisen. Besonders angetan haben es mir aber die beiden dezent-chilligen „Praise his name“ und „Speeding into the dark“, die unbedingt noch hervorzuheben sind. Gerade jetzt, wo es draußen sommerlich ist, kann daher nur eine Empfehlung zum Erwerb dieser Scheibe ausgesprochen werden, deren einziges Manko die „nur“ 43 Minuten Spielzeit sind. Aber dafür gibt es ja eine Repeat-Taste…

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