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PAUL CAUTHEN - Room 41

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Artist PAUL CAUTHEN
Title Room 41
Homepage PAUL CAUTHEN
Label NEW WEST RECORDS
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Die Verwirklichung von „Room 41“ brachte PAUL CAUTHEN fast um. Ironischerweise ist es trotzdem genau das, was ihn gerettet hat. PAUL CAUTHEN? Den Texaner mit dem samtigen Bariton, der ihm den Beinamen ‚Big Velvet‘ beschert hat, kennen hierzulande vermutlich nur Insider, doch der Mann hat mit seiner zweiten LP „Room 41“ ein Alternative-Country-Album geschaffen, das es in sich hat und vielleicht insbesondere bei Fans von JOHNNY CASH bestens ankommt.

Das läge dann vermutlich an der Stimme des Mittdreißigers, die dem Organ der Country-Legende nicht unähnlich ist. Wobei es ihm im groovigen „Big Velvet“ gelingt, bisweilen auch wie DAVID BOWIE zu klingen. Im Übrigen heißt der Silberling „Room 41“, weil genau dies seine Zimmernummer im Belmont Hotel in Dallas war, wo er nur mit einem Koffer im Gepäck für zwei Jahre logiert hat und in dieser Zeit sein jüngstes Album geschrieben hat. „Room 41“ erzählt von Pauls Kokain-Vergangenheit und seinen erschütternden Erfahrungen, die ihn nicht nur einmal zwischen Ekstase und Elend ins Krankhaus brachten. Cauthen ist schon lange ein Grenzgänger (musikalisch und anderweitig) und auch „Room 41“ macht da keine Ausnahme. Es gibt elektrisierende Performances, mit Soul und 70er Jahre Funk auf die Ohren, die der begnadete Musiker mit mitreißendem Gospel verbindet. Seine Texte erinnern an Inhalte der Bibel und drehen sich um Lust, Neid, Stolz und Verzweiflung, sowie um Zerstörung und Erlösung. Allerdings handelt es sich nicht um Parabeln. In diesen Zwei Jahren hätte es nämlich ebenso gut passieren können, dass Alkohol und Drogen ihn das Leben gekostet hätten, aber irgendwie hat PAUL CAUTHEN in dieser Zeit eine destruktive Routine gefunden, in der er seine starken Songs geschrieben hat. Hierzu zählt beispielsweise das rhythmusbetonte „Cocaine Country Dancing“ und das smarte „Angel“. „Give ‘em Peace“ ist eine kleine Country-Hymne voller Temperament, während das finale „Lay Me Down“ anfangs eine Mischung aus einem feierlichen Kirchenchoral und einem Liebes-Duett ist.

Da PAUL CAUTHEN in einem sehr christlichen Haushalt und mit der ständigen Präsenz von A-capella-Kirchenmusik aufgewachsen ist, ein Umstand, der nicht weiter verwundert. Dass ihm eine gewaltige Musikalität in die Wiege gelegt wurde, ist außerdem nicht zu überhören. Auch nicht, dass „Room 41“ ein sehr persönliches und eindringliches Album ist. Die unterschiedlichen stilistischen Facetten machen es zudem sehr abwechslungsreich. Mehr kann man nicht verlangen! Deshalb bleibt Mr. Cauthen nur noch zu wünschen, dass er es endgültig aus dem Drogen-und-Alkohol-Strudel geschafft hat. „Can’t Be Alone“ singt Paul voller Inbrunst und die lange Reihe von Mitwirkenden an „Room 41“ scheint ihm geholfen zu haben, aus der gefährlichen Einsamkeit eines Hotelzimmers herausgefunden zu haben.

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