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PAVIC - Unconditioned

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Artist PAVIC
Title Unconditioned
Homepage PAVIC
Label ANTEO
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Die Italiener versuchen ja immer wieder, meine musikalischen Vorbehalte gegenüber dem sonnigen Mittelmeer-Anrainer zu zerstreuen, aber bislang ist es keiner Italo-Band so richtig gelungen, mich zu fesseln. Jetzt starten PAVIC mit ihrem zweiten Album „Unconditioned“ einen weiteren Versuch, der unter dem Motto „Melodic Hardrock“ steht.

Für den Silberling konnte auch Ex-EUROPE-Gitarrist Kee Marcello gewonnen werden, der für die erste Singleauskopplung „Just Go On“ ein Solo beisteuerte. Tatsächlich klingt der Song eher nach skandinavischem Goth-Rock à la HIM als nach südeuropäischem Temperament – liegt vielleicht daran, dass die Platte u.a. in den schwedischen Bohus Sound Studios aufgenommen wurde, in denen beispielsweise auch schon ABBA und STATUS QUO ihre Alben eingespielt haben. Ansonsten favorisieren die Herrschaften um Mastermind und Namensgeber Marko Pavic klassischen Melodic Hardrock, der hier und da ein paar Keyboard-Toppings bekommen hat. Das klingt dann bei einer Nummer wie „Trapped“ schon mal ein bisschen nach SAGA, während man mit „Miracle Man“ oder auch „Ghost In A Trash Machine“ eher altbekannten, melodiereichen Metal bevorzugt. Die Langäxte haben auch bei „Creep“ gut zu tun, da dürfte der ein oder andere Schuppenschüttler alter Schule in behäbige Rotation geraten, während „Fallin’ For Love“ was für des Rockers Herz ist – sofern er oder seine bessere Hälfte denn auf Old-School-Bombast steht. „This World“ setzt ebenfalls auf Gefühl, allerdings mit erneutem Prog-Rock-Einschlag und etwas überzuckertem Gesang. Mit „Unconditioned Love“ finden wir uns ziemlich schnell in den Eighties wieder – so was ähnliches dürfte Mr. Marcello in seiner aktiven EUROPE-Zeit häufiger gespielt haben. „Ride’N Run“ stößt ins gleiche Horn, die Sechssaiter sind zwar etwas variantenreicher ausgefallen und der Sound wirkt melodiöser, aber irgendwie war das vor zwanzig Jahren schon mal sehr angesagt, wie auch „True Sincerity“ in seiner ganzen Herrlichkeit starke Retro-Einschläge aufweist. „Hidden Sorrow“ lässt noch mal die Prog-Gitarren-Sau raus, bevor mit „Your Love Is Shining“ der Silberling ein melancholisches Ende findet.

Tja, auch diesmal erweist sich Italien nicht als mein favorisiertes Land in Sachen Musik. PAVIC liefern zweifellos handwerklich solide Arbeit ab, die allerdings wenig innovativ ist. Offensichtlich muss ich mir keine Sorgen machen, dass der Achtziger-AOR in Vergessenheit gerät – irgendwo findet sich immer eine Band, die diesem Sound verbunden ist, genauso wie sicherlich noch ein paar Fans der ersten Stunde auf den entsprechenden Output warten.

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