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PETER KERNEL - Thrill Addict

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Artist PETER KERNEL
Title Thrill Addict
Homepage PETER KERNEL
Label ON THE CAMPER RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

„Thrill Addict” heißt das dritte Album von PETER KERNEL. Keine Ahnung, wer der Typ ist? Kein Wunder, es gibt (zumindest in dieser Band) niemanden, der so heißt. Vielmehr stecken hinter der Art-Punk-Formation Aris Bassetti und Barbara Lehnhoff. Die beiden haben sich in Lugano, an der dortigen Schule für visuelle Kommunikation und Design kennengelernt und fanden sich scheiße. Tja, und dann hat die Kanadierin seine Musik gehört und der Schweizer ihre experimentellen Filminstallationen entdeckt und es war um sie geschehen. Aus Abneigung wurde Liebe und eben auch PETER KERNEL.

Und zweifellos ergänzen sich Barbara und Aris ganz hervorragend, wie man bereits im hypnotischen Opener „Ecstasy“ hören kann. Herr Bassetti ist tendenziell für die ruhigeren Töne zuständig, während Miss Lehnhoff dem Ganzen Feuer gibt. Noch deutlicher wird dies beim ruppigen „High Fever“, bevor sich das geheimnisvolle „Your Party Sucks“ für den Soundtrack zum nächsten David-Lynch-Film empfiehlt. „Leaving For The Moon“ gefällt mit allerlei Haken und Ösen, die das gewollt monotone Grundgerüst zu Abwechslung verhelfen. Das bassbetonte „It’s Gonna Be Great“ bedient derweil die gefühlige Indie-Gemeinde, während das spannende „You’re Flawless“ abermals durch rätselhafte Untiefen wabert und „Supernatural Powers“ das Ganze um eine gewisse kindliche Verspieltheit vervollständigt. „Keep It Slow“ ist so etwas wie das Motto des sich anschließenden Songs, wobei das Duo (das am Schlagzeug von Ema Matis unterstützt wurde) es bei aller Gemächlichkeit keinesfalls am Drive mangeln lässt. Dank „Majestic Faya“ zieht das Tempo wieder an – verbunden mit einer gewissen Verschrobenheit des Sounds. „They Stole The Sun“ heißt es im Folgenden zuckersüß, ehe „I Kinda Like It“ die Schrammelgitarren zum Glühen bringt. Auf der Zielgeraden werden die Saiteninstrumente für „Tears Don’t Fall In Space“ ordentlich runter gestimmt, was dem Track eine besondere Atmosphäre verleiht und der Sängerin und Gitarristin Gelegenheit gibt, ihre zarte Seite zu zeigen.

Gelegentlich erinnert mich die Mucke auf „Thrill Addict“ insbesondere in Barbaras „Schreiphasen“ an die PIXIES, wenn es bei denen besonders experimentell zugeht. Auf jeden Fall haben PETER KERNEL jedoch einen ganz eigenen Stil, der in die Tiefe geht und auch in den letzten Winkeln noch Neues entdecken lässt. Eine spannende Geschichte mit Wiedererkennungswert!

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