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PETERLICHT - Das Ende der Beschwerde

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Artist PETERLICHT
Title Das Ende der Beschwerde
Homepage PETERLICHT
Label MOTOR MUSIC
Leserbewertung
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7.2/10 (6 Bewertungen)

Es ist schon zehn Jahre und vier Alben her, dass PETERLICHT auf dem „Sonnendeck” war. Zwischenzeitlich hat er versucht, den Kapitalismus zu beenden und mehr Melancholie in die Gesellschaft zu bringen. Jetzt will er sich nicht mehr beschweren, sondern Probleme lösen.

Statt „Das Ende der Beschwerde“ wie beim 2008er „Melancholie & Gesellschaft“ pianogetrieben anzugehen, gibt es lupenreinen Pop auf die Ohren, der allerdings zunächst auf die streichergestützte Sprechgesang-Aufforderung „Sag mir, wo ich beginnen soll“ warten muss. Dann steht mit „Wir sollten uns halten“ jedoch zuckersüßer Pop auf dem Speiseplan, der mit Texten gespickt wird, die zum Nachdenken einladen. „Begrabt mein iPhone an der Biegung des Flusses“ rechnet unter Zuhilfenahme flotter Discobeats mit dem grenzenlosen Informationshype und den sozialen Netzwerken ab, ehe „Steigen/Fallen“ leise Töne anschlägt. „Neue Idee“ und „Meine alten Schuhe (Große Sonne verbrennt ganzes Geld)“ sind glitzernde Popsternchen am weiten Musikfirmament, wohingegen der Titeltrack „Das Ende der Beschwerde/Du musst dein Leben ändern“ als Kreuzung aus CURE und Hamburger Schule daherkommt. Über das Rainer-Maria-Rilke-Zitat „Du musst dein Leben ändern“ sagt der Kölner, der nur wenig aus seiner Biographie preisgibt und am liebsten kopflos bleibt, dass es sich im den größten Satz handelt, der über diesem Jahrhundert hängt und fordert dazu auf, nicht aufzuhören, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Üppige 7:15 Minuten misst das „Fluchtstück“, bei dem es zur reduzierten Instrumentierung erneut Sprechgesang zu hören gibt, während die Nummer langsam Fahrt aufnimmt. Mit cooler Melancholie gefällt die bittersüße Berufeaufzählung „Schüttel den Barmann!“, ehe „Wir/Was/Wir/Wolln“ mitsamt Bläsern und Handclap-Sounds ins Ohr geht. „Wort von den Worten an den Wänden“ schmiegt sich watteweich in die Gehörgänge, bevor „Der neue Mensch“ in der gebotenen Langsamkeit aus allerlei musikalischen Versatzstücken entsteht.

Mit „Das Ende der Beschwerde“ ist PETERLICHT irgendwo zwischen den GOLDENEn ZITRONEN, JA, PANIK, BLUMFELD und den STERNEn zuhause. Die Lyrics lassen aufhorchen, während die musikalische Begleitung überwiegend melodisch-poppig und somit eingängig, aber nie langweilig ausgefallen ist. Ein feines Album ohne großes Tamtam, aber Wiedererkennungswert.

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