Band Filter

PHAZE I - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PHAZE I
Title s/t
Homepage PHAZE I
Label SCARLET RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Von Scarlet ist man schon gewohnt, ungewohnte Sachen auf die Ohren zu bekommen. Auf jeden Fall wurde mein Interesse schon vom Bandnamen und dem Cover geweckt und noch verstärkt, als ich las, dass Dirk Verbeuren (SCARVE, SOILWORK) hier die Felle verkloppt. Und ohne diesen guten Schlagwerker hätte das Trio diese Scheibe wohl gar nicht hinbekommen, denn was der Kollege hier an abwechslungsreichen und komplexen Drum-Parts abzieht, ist echt Killer. Angepriesen wird die Scheibe den Fans von DIMMU, AT THE GATES und STRAPPING YOUNG LAD, wobei ich da nur letzteres unterstützen kann.

Ist das Monstrum „Evolution of a Species” zu Beginn beispielsweise „nur“ ein moderner Metal-Kracher, entwickelt es sich in den mehr als 6 Minuten zu seinem Psycho-Killer allererster Kajüte. Hier gibt es so viele Wendungen und Spannungsbögen, wie es andere Bands während ihrer gesamten Laufbahn nicht hinbekommen. Da wird fies geblastet und gegrowlt, dann das Tempo mit einer Synth-Phase rausgenommen, cleaner Gesang setzt ein und dann wird im Industrial Metal-Style weitergewalzt. Rotiert man sich gerade schön in einer Mosh-Passage ein, wird man mit einem nackenbrecherischen Break herausgerissen – Das erforderte höchste Aufmerksamkeit von Band und Hörer. Zwar sind die anderen Tracks auf dem Debüt auch ordentliche Kracher, können aber nicht so packen wie das erwähnte Stück, und da liegt halt der Hund begraben (*kling* 2 Euro ins Phrasenschwein). Hier sind zwar drei Top-Musiker am Werke, denen in Sachen Drums, Riffs und Vocals keiner was vormacht, dennoch schafft man es nicht die Aufmerksamkeit des Hörers dauerhaft zu halten. So schaltet man spätestens nach der Hälfte auf Durchzug, weil die Kompositionen zwar gut und auch komplex sind, aber einfach nicht richtig faszinieren. Und so etwas ist bei einer modernen Band wie eben PHAZE I die große Gefahr. Auch beim Sound muss man leider einige wenige Abstriche machen, klingt der doch oft dumpf, was zwar bei den Vocals gewünscht sein mag, aber worunter die Wucht der Riffs doch etwas leidet.

Ohne Zweifel zeigen PHAZE I mit „Evolution of a Species“ deutlich, was gehen könnte. Wenn man dieses Songwriting nun auch auf eine ganze Platte ausweiten kann, steht uns mit dem nächsten Werk etwas richtig fettes bevor.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu PHAZE I