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PHELIOS - Images and Spheres

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Artist PHELIOS
Title Images and Spheres
Homepage PHELIOS
Label ETERNAL SOUL
Leserbewertung
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7.4/10 (10 Bewertungen)

Die neueste Veröffentlichung aus dem Hause Eternal Soul präsentiert uns den Wuppertaler Künstler Martin Stürtzer unter seinem Projektnamen PHELIOS. Ein sehr umtriebiger Herr, denn nebenbei fungiert er auch als (Live-)Tastenmann von Bands wie BLUNT (Rock) oder ATAVISM (Metal), zudem betreibt er eine Internetseite zum Thema Fotographie. PHELIOS’ Sound wird beschrieben als „Dark Atmospherical Mindmovies“, womit schon mal klar ist, dass wir es hier nicht mit konventionellen Kompositionen zu tun haben. Nach einem 74-minütigen Demo aus dem Jahre 2005 stellt das passend betitelte „Images and Spheres“ sein eigentliches Debüt dar. 66 Minuten verteilt auf 7 Stücke und limitiert auf 500 Kopien. Gemastert wurde das Werk von Axel Frank (WERKRAUM) in Berlin.

Genau wie das stimmungsvolle Cover suggeriert halten sich die Klänge im Zwielicht der Dämmerung auf, scheinen aus weit entfernten Höhlenformationen tief im Inneren der Erde zu stammen. Unheimliche Soundscapes, die sich wie im Ambient üblich normalen Schemata entziehen und zu einem großen Teil Kopfkino sind. Man muss sich schon auf die Reise ins Ich einlassen, um die Qualität des Gebotenen vollends zu erfassen. Dabei sind die Übergänge der Tracks fließend, hier zählt die Gesamtwirkung. Schöne Namen wie „There is no light without you” oder “You cannot see the dragons eyes” tragen sie dennoch, Anhaltspunkte für die eigene Phantasie. Wobei mir bei Letztgenanntem Bilder bekannter Horror- oder SciFi-Filme in den Sinn kommen, im speziellen „The Descent – Abgrund des Grauens“. Eine Welt, in der wir alles nur noch gedämpft wahrnehmen und gerade dadurch unsere Sinne schärfen.

Insofern gibt uns diese CD eine Aufgabe mit: Nicht allein der passive Konsum verspricht hier Genuss, durch die Reflektion und das Bewusstwerden eigener Phantasien können wir uns für kurze Zeit von der Metaebene aus selbst betrachten. Das hört sich recht verkopft an, man kann die Sache natürlich auch instinktiv spirituell angehen. Wer allerdings generell nichts von Dark Ambient hält, der wird hier „nur“ nichtssagende Flächen wahrnehmen, doch das ist ein Genre-inhärentes Problem, für das PHELIOS nicht haftbar gemacht werden kann. Für den Kenner eine wahrhaft gelungene Einheit aus Form, Konzept und Klang!

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