Band Filter

PHORIA - Volition

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PHORIA
Title Volition
Homepage PHORIA
Label HUMMING RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (2 Bewertungen)

Artist: PHORIA

Hinter PHORIA verbergen sich Seryn Burden, Tim Douglas, Jeb Hardwick, Trewin Howard und Ed Sanderson aus Brighton/UK. Die Wurzeln der Klangkünstler finden sich allerdings im ländlichen Salisbury, wo Trewin (Haupt-Songwriter und Produzent), Jeb (Gitarre) und Ed (Tasten) aufgewachsen sind. Aus dem gemeinsamen Grundschul-Musikunterricht wurden Mitgliedschaften in Chören und kleinen Orchestern und schließlich markierte Trevins zehnter Geburtstag, zu dem er einen Bass geschenkt bekam, die Gründung der ersten gemeinsamen Band. So verging die Teenager-Zeit, mit dem Studium verloren sich die Freunde ein wenig aus den Augen und die gemeinsame Musik pausierte, bis Tim (Bass) und Seryn (Drums) die Mannschaft komplettierten und PHORIA geboren ward. Nun sollte man vielleicht noch wissen, dass Trewin Howard die Fähigkeit besitzt, Musik in Farben und Formen wahrzunehmen. Gleichzeitig erkrankte er mit 25 Jahren plötzlich und musste sich mit verwirrenden sensorischen Symptomen auseinandersetzen: Tinnitus, Reisekrankheit, optische Phänomene… Mit der Zeit ging es ihm wieder besser, doch geblieben sind auditorische Effekte, wie beispielsweise die Wahrnehmung absolut aller Geräusche um sich herum.

Unter diesen Umständen weiter Musik machen zu wollen, ist schon eine Herausforderung. Wenn ich nur daran denke, wie schwer es mir fällt, in meiner Umgebung, schlechte Musik auszublenden (z.B. in einer Kneipe oder einem Club), stelle ich es mir äußerst schwierig vor, mich permanent mit der Komposition von Musik auseinander zu setzen. „Volition“ beweist jedoch eindrucksvoll, dass genau dies möglich ist und Howard sagt sogar, dass sein verändertes Hörempfinden dazu beigetragen hat, dass die Produktion und Mixe besser den je sind. Das kann ich in Ermangelung von Vergleichsmaterial zwar nicht beurteilen, aber jeden Fan von SIGUR ROS, JAMES BLAKE und APHEX TWIN einladen, PHORIA Gehör zu schenken, denn die Sound-Landschaften werden begeistern. Angefangen beim pumpend-mäandernden Opener „Melatonin“, über das sanft groovende „Red“, das verspielte „Everything Beta“ und das verträumte „Mass“ bis zum hymnischen „By The Salt“ und dem bedeutungsschweren „Loss“. Dann wäre da noch das rhythmusbetonte „Evolve“, auf das mit „Undone“ und „Emanante“ ein wenig vertracktere Klänge folgen, bevor sich „Saving Us A Riot“ von einer intim-akustischen Seite zeigt und „Yourself Still“ zum intensiven Finale ruft.

Es sind für sich betrachtet eher zurückhaltende Töne, die PHORIA auf „Volition“ erstaunlich kunstvoll verbinden. Das Ergebnis sind elf sehr nachdrückliche Songs, die zwar auf leisen Sohlen kommen, aber unmöglich unbeachtet bleiben können.

 

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu PHORIA