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PINKUNOIZU - The Drop

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Artist PINKUNOIZU
Title The Drop
Homepage PINKUNOIZU
Label FULL TIME HOBBY
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Bereits mit diversen EPs und ihrem letztjährigen Debütalbum „Free Time!“ machten sich PINKUNOIZU einen Namen als Genregrenzen sprengende Band. Auf ihrem zweiten Longplayer „The Drop“ gehen die vier Dänen noch einen Schritt weiter ins stilistische Ungewisse, bleiben jedoch der großen Überschrift „Dream Pop“ weitgehend treu.

So starten Jaleh Negari (Drums), Jeppe Brix (Gitarre), Andreas Pallisgaard (Gesang & Gitarre) und Jakob Falgren (Gitarre, Klavier, Bass) mit ihrem Opener „The Great Pacific Garbage Patch“ krautrockig-spacig, um mit „Necromancer“ hymnischen Sechssaiter-Pop nachzulegen. „Moped“ setzt die verworrene musikalische Reise mit weiblichem Gesang fort, bevor dank „The Swollen Map“ folkige Klänge auf dem Programm stehen. Sphärisch umschmeichelt „Pyromancer“ derweil die Gehörgänge, ehe „Tin Can Valley“ schwerere Geschütze auffährt. Die Langäxte agieren in bester Tarantino-Manier, während bei „I Said Hell You Said No“ zunächst eher instrumental gefrickelt wird, um dann peu à peu den Gesang in den Vordergrund zu rücken. „Down In The Liverpool Steam“ baut schwärmerische Traumlandschaften auf und beendet so die Platte mit flirrenden Melodien.

Leichte Kost servieren die Dänen sicher nicht. Trotz aller Experimente bleiben sie jedoch zugänglich, auch wenn manches vergleichsweise theoretisch erscheint. Etwa die Wahl des Album-Titels: „The Drop“ steht nämlich für die Tonschwankungen, die als wiederkehrende klangliche Elemente in den Songs vorkommen. Mal ganz abgesehen vom Bandnamen PINKUNOIZU („rosa Rauschen“), womit das akustische Phänomen beschrieben wird, dass ein Geräusch weniger laut klingt als es tatsächlich ist. So viel zur Theorie, die praktische Umsetzung der verschiedenen Klangebenen und komplexen Sounds möge sich der interessierte Hörer selbst zu Gemüte führen. Es wird sein Schaden nicht sein.
ump

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Ein Deutsch-Dänisches Bandprojekt, das Musik macht, die nach Räucherstäbchen-Partys auf Goa klingt. PINKUNOIZU haben sich der eklektischen Rockmusik verschrieben, welche sie auf ihrem Zweitwerk „The Drop“ wieder orgiastisch feiern.

Acht ausufernde, überlange Hypnosetracks voller wabernder Soundwälle, hypnotischer Klänge und mit mystischem Gesang. Ob das monotone Hintergrundgebrumme bei „The great pacific garbage patch“, der schnarrende Gitarrenfuzz mit Progrock-Faible auf „Necromancer“ oder das exotisch abgedrehte „Moped“, PINKUNOIZU bieten abwechslungsreiche Kost, die allerdings alles andere als leicht bekömmlich ist. Für Fans von Friss-die-Hälfte sind PINKUNOIZU wahrlich nicht zu empfehlen, ihre überlangen Tracks haben reichlich versteckte Kalorien unter der ach so luftig lockeren Oberfläche versteckt. Irgendwo im 70er Rockschmodder geerdet gräbt sich das Quartett durch alles, was irgendwie Lärm macht und im entferntesten noch nach Melodie klingt, um solch staubtrockenen Polterrock wie „Tin Can Valley“ zu feiern, das mit grobmotorischer Rhythmik sogar Bronzestatuen zum Hüftschwingen animiert.

Die Experimentierfreude reißt aber auch hier nicht ab, so muss man sich mit dem Baukastenprinzip, nach welchem PINKUNOIZU musizieren, einfach abfinden.
Markus Söllner

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