Band Filter

PISSMARK - Der Frömmler

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PISSMARK
Title Der Frömmler
Homepage PISSMARK
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (2 Bewertungen)

PISSMARK, das sind vier “Austro Metaller”, die ihren Stil schlicht als „Brachiale Wiener Härte“ bezeichnen. Musikalische Kompromisse werden dabei keine gemacht, womit man schon beim Kerngedanken der Österreicher angelangt wäre. Dass ihr erster Longplayer „Der Frömmler“ erst jetzt erscheint, wo sie doch bereits 2002 gegründet wurden und die Debüt EP „Amok“ auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, rechtfertigen sie mit einer einjähriger Schaffenspause, die fristgerecht zum August vergangenen Jahres endete.

Große Veränderungen scheint es seitdem trotzdem nicht gegeben zu haben. Hauptsache, man haut die Keule wieder voll auf die Rübe. Überrollende Riffbretter und brutales Gebelle stehen bei den neuen Kompositionen im Rampenlicht. Der Schlagzeuger macht dabei eine ganz gute Figur hinter seiner Schießbude, der Bass bollert zeitweilig zu weit und penetrant im Vordergrund. Abwechslung findet man hier wenig. Derbe und brutal ist das zwar, in der Anfangsphase kann das Album aber nicht überzeugen. Von einer voreiligen Kapitulation rate ich allerdings auch ab, da mit zunehmender Albumlänge auch mal mehr Qualität auf den Tisch kommt. Oldschool und Thrash spielen dabei eine große Rolle, aber auch leichte Abwechslung kommt endlich zum Tragen. Das mit klassischem Solo versehene „Die Kraft“, ein instrumentaler, kräftiger Titeltrack und der basslastige „Schläfer“ im Midtempo-Gewand sind unter einigen belanglosen Momenten durchaus nicht zu verachten. Darüber hinaus kommen den eigens geschriebenen Sozialkritiken immense Bedeutung zu. Wer sich also mit „Der Frömmler“ beschäftigt, der muss auch ein Auge auf die Texte werfen. Dachte ich doch aufgrund des Titels und des eindeutigen Artworks, es handele sich hier um eine Art Konzeptalbum, hat man die lyrischen Themen schließlich doch einfach bunt zusammengewürfelt, sie jedoch immer sehr transparent und eindeutig formuliert und verpackt. Hauptsächlich kotzt sich Fronter Kine über Krieg, religiösen Fanatismus, Medien und die bescheidenen Seiten des Lebens aus, nimmt dazu auch mal beispielsweise die lyrische Position eines Mörders ein. Wer bei den Texten der JAPANISCHEn KAMPFHÖRSPIELEn noch grübeln muss, der wird hier recht schnell zwischen den Zeilen lesen können – sofern es denn überhaupt nötig ist. Bei Verständnisproblemen genügt ein kleiner Besuch der bandeigenen Myspace-Seite, wo man sich freundlicherweise die Mühe gemacht hat, jeden Text kurz und bündig im Blog zu erläutern.

Kurzum bekommt man mit „Der Frömmler“ genau das, was man von einer Kapelle wie PISSMARK erwartet: kompromisslose, harte Mucke, dazu noch in deutscher Sprache. Nicht mehr und nicht weniger. Wer mit TOTENMOND und SCHWEISSER etwas anfangen kann und einen Hang zum Thrash der alten Schule hat, sollte sich diese Scheibe hier vielleicht mal anhören.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

PISSMARK - Weitere Rezensionen

Mehr zu PISSMARK