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PIXIES - Doggerel

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Artist PIXIES
Title Doggerel
Homepage PIXIES
Label BMG
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Die PIXIES aus Boston zählen zweifellos zu den Helden meiner Jugend. Angefangen mit ihrem 1988er Langspieldebüt „Surfer Rosa“, das Hits wie „Gigantic“, „Cactus“ und natürlich das unfassbar geile „Where’s My Mind“ umfasst, hat mich der rohe Indie-Sound von Black Francis (Gesang & Gitarre), Joey Santiago (Gitarre), David Lovering (Drums) und Kim Deal (Gesang & Bass) total geflasht und meinen Musikgeschmack ebenso geprägt wie er wegweisend war für Grunge, Indie und Alternative. Wie so oft bei herausragenden Combos, gab es auch den PIXIES Reibereien hinsichtlich des Einflusses der einzelnen Bandmitglieder, in deren Folge Mastermind Franc Black 1993 ohne Wissen der anderen das Ende der PIXIES verkündete. Zehn Jahre später fanden die Vier wieder zueinander, wobei es bis 2014 und „Indie Cindy“ dauern sollte, bis es auch neues Studiomaterial gab. Zu diesem Zeitpunkt war Kim Deal, die über Jahre Alkoholprobleme hatte, nicht mehr mit von der Partie. Sie wurde zunächst ab 2013 durch Kim Shattuck vertreten, bevor Paz Lenchantin 2014 an ihre Stelle trat. In dieser Besetzung ist jetzt auch das achte Studioalbum „Doggerel“ erschienen, dessen Titel zu Deutsch „holprig“ sowie „Knittelvers“ bedeutet.

Und da sind sie wieder: der eindringliche PIXIES-Bass, die schrammeligen Gitarren und der einzigartige Gesang von Black Francis, die gleich den Opener „Nomatterday“ zu einem Dancefloorfiller machen. Beim nachfolgenden, sehr coolen „Vault of Heaven“ kommt ein wenig Wüstenfeeling auf, bevor „Dregs of Wine“ rhythmusbetont übernimmt und mit einem Novum aufwartet: erstmals hat mit dieser gelungenen Nummer nämlich auch Joey Santiago eine Komposition beigesteuert. Außerdem sind von ihm die Lyrics zum folkigen und vergleichsweise leichtfüßigen „Pagan Man“. Derweil erzählt das smarte „Haunted House“ mithilfe eines Pop-Fundament mit Fifties-Einschlag von Geistern, die mal metaphorisch, mal sehr real wirken. „Get Simulated“ präsentiert sich in bester PIXIES-Tradition stoisch-schön, während „The Lord Has Come Back Sunday“ erstaunlich fluffig daherkommt. „Thunder And Lightning“ verbindet den PIXIES-Twang erneut auf das Feinste mit Folk-Inspirationen, bevor die erste Single-Auskopplung „There’s a Moon On“ wieder die typischen PIXIES-Krachlatten in den Fokus rückt. Inhaltlich oszilliert der Song zwischen Tatsachen und Legenden, indem er die Auswirkungen des Mondzyklus auf die menschliche Psyche thematisiert. Mit einem Lied wie „Who’s More Sorry Now?“ empfiehlt sich das Quartett auch fürs Format-Radio, bleibt bei aller Eingängigkeit jedoch immer noch unverwechselbar. Gleiches gilt auch für „Your Such a Sadducee“. Und dann gibt es ja noch den mitreißenden Titeltrack „Doggerel“, mit dem die Platte kongenial endet.

Gekrönt wird „Doggerel“ von der Ankündigung, dass die PIXIES im Februar 2023 in Deutschland auf Tour sein werden. Diesen Sommer haben sie einen Gig in Köln gespielt, insgesamt sind die Chancen, die Amis live zu erleben jedoch eher rar, sodass man sich die kommenden Gelegenheiten nicht entgehen lassen sollte. Außerdem bin ich mir sicher, dass die neuen Stücke auch live hervorragend rüberkommen werden.

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