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PJ HARVEY & JOHN PARISH - A Woman A Man Walked By

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Artist PJ HARVEY & JOHN PARISH
Title A Woman A Man Walked By
Homepage PJ HARVEY & JOHN PARISH
Label ISLAND
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Wenn man es genau nimmt, hat PJ HARVEYs musikalische Karriere bei JOHN PARISH begonnen. Dessen Band AUTOMATIC DLAMINI sollte eigentlich auf PJs 18. Geburtstag spielen, aber daraus wurde nix. Stattdessen wurde Miss Harvey später selbst Mitglied der Combo, ging dann wieder ihrer eigenen Wege, die sich jedoch immer wieder mit JOHN PARISH kreuzen sollten, der zunächst 1995 ihr extrem erfolgreiches Indie-Album „To Bring You My Love“ produzierte und ein Jahr später gemeinsam mit PJ HARVEY „Dance Hall At Louse Point“ schrieb und herausbrachte. Gut zwölf Jahre nach dieser Kollaboration machen die beiden wieder gemeinsame Sache und „A Woman A Man Walked By“ weiß zu überraschen…

Denn zunächst wird man mit ungewohnt rockigen Klängen empfangen, vor allem angesichts des letzten PJ-HARVEY-Longplayers „White Chalk“, auf dem akustische Gitarren und sanfte Pianoakkorde überwogen. Die erste Single „Black Hearted Love“ hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, es aber erst jetzt auf einen Silberling der beiden Protagonisten geschafft. Auf jeden Fall ein sehr gelungener Einstieg, von dessen Kaliber ich mir mehr wünsche. Zwar doch eine ganz andere Richtung gehend, aber nicht minder interessant, schließt sich „Sixteen, Fifteen, Fourteen“ mit folkigen Klängen eines Banjos und geheimnisvollen Keyboard-Melodien an. Auch „Leaving California“ haftet etwas Geheimnisvolles an. Polly Jeans Gesang bewegt sich mitunter in schwindelerregenden Höhen, während die minimalistische Instrumentierung Raum für Tagträume lässt. Demgegenüber wirkt „The Chair“ mit seinen Brüchen zwischen druckvollen Riffs, dramatischen Vocals und ruhigen Passagen recht experimentell, bevor „April“ mit scheppernden Hammondorgelsounds in Slow Motion daherkommt. Der Titeltrack, der gleichzeitig unter dem Namen „The Crow Knows Where All The Little Children Go“ firmiert, besticht mit einer gewissen Aggressivität. Mitunter knurrt Miss Harvey nämlich ziemlich wütend, obwohl die Nummer eigentlich eine lustig-groteske Situation beschreibt. Genau diese Parts machen PJ HARVEY nach eigenem Bekunden besonders viel Spaß, weil sie so wenig mit dem vermeintlich bitterernsten Songwriterdasein gemeinsam haben. Da passt auch „Pig Will Not“ bestens ins Bild; hier scheint PJ teilweise sogar zu bellen! Wahrscheinlich die überraschendsten und waghalsigsten Songs der Langrille. Dafür kommt beim getragenen „The Soldier“ eine Ukulele zum Einsatz, deren Sound mit einer hauchdünnen Glasur aus Klaviertönen überzogen ist und genau wie „Passionless, Pointless“ wieder mehr in das Bild passt, das man von der britischen Singer/ Songwriterin und Bildhauerin hat. Zu guter Letzt gibt es noch wabernde Orgeln und melancholischen Sprechgesang auf die Ohren, dann sind PJ HARVEY und JOHN PARISH auch schon wieder im Nichts verschwunden.

„A Woman A Man Walked By“ verbindet den mal elfenhaften, dann wieder zupackenden Gesang der weiblichen Hauptperson und die mitunter sehr komplexe Musik ihres Kompagnons, der es aber auch vortrefflich versteht, sehr reduzierte Arrangements vortrefflich wirken zu lassen. Keine Musik für nebenbei, sondern zum intensiven Hören.

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