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PLACEBO - Loud Like Love

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Artist PLACEBO
Title Loud Like Love
Homepage PLACEBO
Label VERTIGO
Leserbewertung
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7.3/10 (22 Bewertungen)

Diese CD hat mich wirklich Nerven gekostet. Nicht, dass mir die zehn neuen PLACEBO-Songs nicht gefallen hätten, aber die Plattenfirma hatte sich überlegt, den Silberling per Einschreiben zu schicken. Bis ich den fraglichen Umschlag endlich in Händen halten konnte, waren zwei Tage vergangen, in denen ich meinen Führerschein in Gefahr sah, weil mir außer dem Straßenverkehrsamt niemand einfiel, der den Aufwand eines Einschreibens betreiben konnte. Die Erleichterung war entsprechend groß und auch die Spannung, was sich Brian Molko (Gesang, Gitarre & Keys), Stefan Olsdal (Bass, Gitarre, Keys, Background-Vocals) und Drummer Steve Forrest für ihr siebtes Album „Loud Like Love“ hatten einfallen lassen.

Die erste Single-Auskopplung „Too Many Friends“ läuft bereits seit August in den Radiostationen rauf und runter und konnte im gewohnt-guten PLACEBO-Soundgewand auch umgehend mein Herz gewinnen. Gleiches gilt für den titelgebenden Opener „Loud Like Love“, der mit treibenden Melodien das Zeug zum Band-Klassiker hat. In diesem Sinne schließt sich mit viel Schmackes das rhythmusbetonte „Scene of The Crime“ an, ehe „Hold On To Me“ erstmals leise Töne anschlägt und die einzigartige Stimme des 40-jährigen Fronters in Richtung dunklen Sprechgesangs changieren lässt. Auf die unterschiedlichsten melancholischen Stimmungen verstehen sich der vermutlich auf ewig alterslos wirkende Brian und seine Mannen einfach und deshalb ist diese Nummer ohne jeden Fehl und Tadel ausgefallen. Auf der Zielgeraden legt der Dreier mit dem ergreifenden Gänsehaut-Garanten „Bosco“ allerdings mit zarten Piano-Akkorden die Latte in Sachen Emotions-Potenzial noch mal deutlich höher. Vorher wird mit dem knackigen „Rob The Bank“ jedoch erst einmal amtlich gerockt, bevor „A Million Little Pieces“ erneut einen Gang zurückschaltet und den Fokus auf Herzschmerz statt Gesellschaftskritik legt. Davon versteht Mr. Molko im Zweifel auch einfach mehr, wie gleich im Anschluss das abwechslungsreiche „Exit Wounds“ beweist. „Purify“ gibt hingegen wieder mehr Gas, während „Begin The End“ mit minimaler Instrumentierung eine enorme atmosphärische Dichte schafft.

2014 können Brian Molko und Stefan Olsdal auf 20 gemeinsame Band-Jahre zurückblicken. Jungspund Steve Forrest ist inzwischen auch schon seit fünf Jahren mit von der Partie und hat sich bei PLACEBO hörbar gut eingefunden. Von irgendwelchen Alterserscheinungen oder kreativen Blockaden ist bei den Herrschaften wirklich gar nichts zu spüren, aber mal abgesehen von der letztjährigen EP „B3“ haben sich die überaus erfolgreichen britischen Alternative-Rocker (mehr als zwölf Millionen Langrillen in 17 Jahren!) seit ihrer letzten Langrille „Battle For The Sun“ immerhin auch vier Jahre Zeit gelassen, bis sie ihren zahlreichen Fans mit „Loud Like Love“ neues Futter gönnten. Mehr als zwölf Monate haben PLACEBO an ihrem jüngsten Baby gearbeitet, doch das Warten hat sich zweifellos gelohnt. Und auch die bangen Stunden, die ich erlebt habe, waren nach den ersten Songs schnell vergessen. Beim nächsten Mal reicht dann vielleicht auch ein Einwurf-Einschreiben, um mir mein ersehntes Promo-Exemplar zukommen zu lassen…

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