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PLACEBO - Meds

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Artist PLACEBO
Title Meds
Homepage PLACEBO
Label VIRGIN/ EMI
Leserbewertung
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7.8/10 (15 Bewertungen)

Brian Molko sowie seine Kollegen Steve Hewett und Stefan Olsdal haben sich Zeit gelassen. Drei Jahre sind ins Land gezogen seit der Veröffentlichung des letzten Studioalbums „Sleeping With Ghosts“. Zwar versuchten PLACEBO den Fans die Zeit mit der Live-DVD „Soulmates Never Die“ und der Singles-Compilation „Once More With Feeling“ zu verkürzen, aber auch das war bereits 2004, und entsprechend gespannt wurde das fünfte Studioprodukt erwartet.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt! PLACEBO machen es vor: Nicht die Quantität entscheidet sondern die Qualität. Lieber fünf so gelungene Alben in zwölf Jahren Bandgeschichte als jedes Jahr ein mittelmäßiges. Vom ersten Ton des Titelstückes „Meds“ an ist klar, dass es sich nur um PLACEBO handeln kann. Unverkennbar der Gitarrensound, ebenso unverkennbar wenig später die fragile, androgyne Stimme Brian Molkos und als Überraschung weibliche Töne von Alison Mosshat alias VV von THE KILLS. Ein grandioser Opener, der alles bietet, was PLACEBO in den Rockolymp gehoben hat. Doch schon der nächste Track „Infra-red“ setzt noch eins drauf. Der Song hat das Zeug zum Ohrwurm. Einmal hören reicht, und man wird ihn nicht mehr los. Mein persönlicher Favorit für die Clubs. Wunderbar, wie der Spannungsbogen zwischen den einzelnen Stücken mühelos gehalten wird. PLACEBO reihen nicht einfach Kompositionen aneinander, sie erzählen mit den einzelnen Tracks eine Geschichte, die den Zuhörer mitnimmt in die düster melancholische Welt ihres Frontmanns. Der Wechsel zwischen treibenden Gitarrenriffs im Stile von „Every You Eyery Me“ und getragenen Balladen mit Gänsehautgarantie gelingt perfekt. Überhaupt erinnert manches auf „Meds“ an vergangene Zeiten, jedoch ohne altbacken zu wirken. Entschieden rockiger und weniger elektronisch beeinflusst als der Vorgänger „Sleeping With Ghosts“ kommt der neueste Streich des Trios daher. Anleihen beim Erstling werden deutlich, wobei es PLACEBO gelingt, sich nicht einfach selbst zu kopieren, sondern eine künstlerische Weiterentwicklung des eigenen Stils zu vollführen. Hervorheben möchte ich auch das spektakuläre Duett mit Michael Stipe (REM). „Broken Promise“ beginnt wie ein warmer Sommerregen und entlädt sich als kraftvolles musikalisches Gewitter. Fast glaubt man, die letzten Regentropfen auch noch beim nächsten Titel „One Of A Kind“ zu hören. Die Singleauskopplung „Song To Say Goodbye“ beschließt den Reigen aus 13 gelungenen neuen Songs und macht Lust auf ein Live-Wiedersehen mit dem charismatischen Mr. Molko und seinen Mitstreitern.

In Deutschland werden wir leider nur beim Rock am Ring und beim Rock im Park Gelegenheit haben, die neue Platte live auf uns wirken zu lassen. Wem diese Termine nicht passen, seien die Festivals unserer Nachbarn ans Herz gelegt (Pink Pop/ Holland, Werchter/ Belgien, Roskilde/Dänemark). Bis dahin sollte man sich aber schnellstens die „Meds“ zugelegt haben und – wenn nicht schon längst geschehen – auch die Vorgänger „Sleeping With Ghosts“ (2003), „Black Market Music“ (2000), „Without You I’m Nothing“ (1998) und das selbstbetitelte Debüt (1996). Minimum in jedem CD-Regal ist aber die bereits angesprochene Singles-Compilation, welche die Bandgeschichte bis 2004 annäherungsweise abdeckt. Einmal Blut geleckt wird man sich aber nicht lange damit aufhalten und sich im Gegenteil auch noch die entsprechenden 2004-er DVDs zu den Singles und zum Live-Konzert in Paris „Soulmates Never Die“ besorgen.

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