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PLANET X - Quantum

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Artist PLANET X
Title Quantum
Homepage PLANET X
Label INSIDE OUT
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Kunst ist Variable. Kunst variiert, zitiert und kreiert. Sie verstimmt, schockiert, begeistert – immer am Extrem orientiert, mal humorvoll, mal traurig, darum bemüht, das Mittelmaß zu verachten. All dies schießt durch den Kopf, wenn man „Quantum“, das vierte Studioalbum von PLANET X, zum ersten Mal „begeht“. Begeht darum, da es einfach nicht zulässt, mal eben so zwischen zwei Tassen Kaffee gehört zu werden. Das hier ist die ganz große Kunst von Instrumentalisten, welche man zum Besten zählen kann, was dieser Tage auf dem Markt ist.

Der Ex-Keyboarder DREAM THEATERs Derek Sherinian und Drummer Virgil Donati bilden seit 1999 den Kern der Band, wobei für unterschiedliche Farbgebung der Alben immer wieder wechselnde Musiker akquiriert werden. Neben Brett Garsed an der Gitarre, welcher schon am ersten Album mitwirkte, stehen Tourbassist Rufus Philpot (u.a. Al Di Meola) und Jimmi Johnson in Diensten PLANET Xs. Laut David Sherinian ist QUANTUM „Metalfusion on Steroids“, was denn auch sogleich im ersten Stück „Alien Hip Hop“ verdeutlicht wird. Nicht jedes Break ist gleich zu verstehen, nicht jeder Beat auf Anhieb nachvollziehbar. Besser man sagt sich: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Und selbst mit dieser Geisteshaltung ist es nicht sicher, ob man dem genialen Wahnsinn PLANET Xs entkommt. 7/8 oder 14/6, ich werde nicht begreifen, wie man es bei so einer vertrackten Taktgebung noch immer versteht, die obligatorische Härte und den treibenden Beat zu transportieren, wie zum Beispiel bei “Snuff“. Mal innehaltend wie das Raubtier vor dem ersten Angriff, Harmonie vortäuschend, wird das Musikreglement einmal durch den Wolf gedreht, total aufgehoben und wieder neu definiert. Ein stampfendes Ungetüm, welches auf seinem Zerstörungsflow noch einmal Ballettstunden auf Speed nimmt – „Kingdom of Dreams“. Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass fast jedes Stück auf QUANTUM Überlänge hat, da sich diese Songs nicht auf radiofreundliche 3 Minüter beschränken lassen. Goethes Faust ist auch nicht als Groschenroman veröffentlicht worden.

Da sind wir auch gleich bei der einzigen Schwäche solcher Musikalität. Sie wird nie ein großes Publikum finden, wenn Hörer nicht bereit, sind einmal alles Gehörte zu vergessen, die bekannten Schablonen abzulegen, um wirklich unbedarft zuzuhören. Hören ist verstehen. Verstehen ist Leben. PLANET X lebt!

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