Band Filter

P!NK - Funhouse

VN:F [1.9.22_1171]
Artist P!NK
Title Funhouse
Homepage P!NK
Label ARISTA/ SONYBMG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.4/10 (5 Bewertungen)

Auch Promis verarbeiten Herzschmerz. Gezwungenermaßen lauter und greller als der Rest der Menschheit aber nichtsdestotrotz genauso intensiv. Die Trennung von P!NK und ihrem Lover Carey Hart mag einigen (männlichen?) Fans nicht gerade ungelegen kommen, doch bleiben wir mal bei der Sache. Und die nennt sich „Funhouse“, das neue Album der exzentrischen Sängerin mit dem liebenswerten Wuschelkopf. Ein Kaleidoskop ihrer Gefühle, ein Konzeptwerk über die verschiedensten Reaktionen auf ein gescheitertes Beziehungsexperiment. Trotz, Befreiung, Trauer, Wut. Die volle Bandbreite in 13 Tonfolgen gegossen. Ist Frau Moores ausgelassener Ritt auf dem Kirmesross nur Fassade?

Zumindest der Erfolg der Vorab Single „So What“ dürfte allen Grund zur Freude geliefert haben. Die erste Nr. 1 in Deutschland. Kein Wunder bei dieser Melodieführung, die insbesondere im Refrain zum Mitsingen nur so einlädt. Zwischen Kinderlied und Seventies Art Rock angesiedelt wird dem Beziehungschaos erst mal der Mittelfinger gezeigt. „Sober“ überzeugt als Power Pop mir Streichern und einem sehr zwingenden Refrain. „I don’t believe you“ ist die erste Ballade, Sehnsucht und Trauer pur in zartem Schmelz, der eine oder andere mag es „schnulzig“ nennen. „One Foot Wrong“ ist ein funkig angehauchter Groover, das fast flehende „Please don’t leave me“ typischer Midtempo Bubblegum Pop Rock, wie man ihn von P!NK kennt und liebt. Die mittlerweile perfektionierte Liaison von Dance, Soul und Gitarren, vorgetragen von einer nicht perfekten aber sehr intensiven und variablen Stimme. Schon jetzt wird klar: Der Vorgänger „I’m not dead“ war um einiges ja sagen wir aggressiver (jetzt bitte nicht an Death Metal denken). Qualitativ hält „Funhouse“ allerdings (fast) mit, wobei gerade der Titeltrack eher belanglos ausfällt. Interessante Assoziation bei einem alten Horror Nerd wie mir: Der gleichnamige Terrorstreifen von Tobe Hooper, der auch inhaltlich ganz gut passt. Einmal mit P!NK in der Geisterbahn einen schaurigen Ritt wagen und dann abtreten… Die 2te Hälfte bietet noch einige Schmankerl wie z.B. eine Rap Einlage bei „This is how it goes down“, ein paar LINKIN PARK Assoziationen („Ave Mary A“) oder das mit schönen Elektro Effekten ausgestatte „It’s all your Fault“. Frau muss die Schuld ja nicht immer bei sich selbst suchen…

Miss P!NK lässt uns an ihrer Achterbahnfahrt der Gefühle teilhaben, macht uns zur besten Freundin für die Lauflänge einer CD, die wahrlich abwechslungsreich und dennoch typisch für die Amerikanerin ist. Der Variantenreichtum ersetzt problemlos das Fehlen von Power Hymnen à la „Get the Party started“ (Ausnahme „So what“ plus 1, 2 andere Nummern). Aber wer hat nach einer Trennung schon Lust auf durchzechte Nächte? Der wahre Rollercoaster spielt sich im Gehirn ab… und der Hörer ist ausnahmsweise mittendrin!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

P!NK - Weitere Rezensionen

Mehr zu P!NK