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P!NK - Live in Europe (DVD)

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Artist P!NK
Title Live in Europe (DVD)
Homepage P!NK
Label SONYBMG
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Hiermit gestehe ich öffentlich: Ich finde PINK klasse (oder meinetwegen auch P!NK). Ursprünglich gefiel mir natürlich das Äußere, diese Mischung aus pinkiger Rotzigkeit und offensichtlich sensibler Seele, dieses Anderssein als die stromlinienförmigen Ami-Stars. Im Laufe der Zeit konnte ich auch mit der Musik mehr anfangen, insbesondere als Alecia Beth Moore ein wenig mehr Rock-Elemente in ihren Sound integrierte. Ist zwar immer noch weit entfernt davon, Metal zu sein, aber im Gegensatz zu einigen Kolleginnen schon mal mit etwas Substanz gesegnet. Tracks wie „Get the Party started“ sind sogar richtig fette Groover vor dem Herren… bzw. der Dame, welche mittlerweile weltweit annähernd 25 Mio Alben verkauft hat. Leider hat sie sich auch vor den Traualtar ziehen lassen, was ich nur schwerlich entschuldigen kann, aber mit der nun vorliegenden DVD gehört sie mir wenigstens für ein paar Stunden ganz alleine. „Live in Europe“ covert die 2004er „Try This“-Tour, welche sie durch 23 Länder führte, und enthält immerhin 27 Songs, von denen manche allerdings zu einem Medley (JANIS JOPLIN kommt so zu Ehren) zusammengefasst wurden. Natürlich werden keine Titel vom aktuellen Werk „I’m not dead“ gefeatured, was ich persönlich allerdings nicht ganz so tragisch finde.

Die DVD-Verpackung kommt komplett in englisch daher, mit Ausnahme des FSK-Siegels, so kann man das gute Teil weltweit am einfachsten herstellen bzw. vermarkten. A Pro Pos “FSK-Siegel”, daran kann man wieder gut die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Moralvorstellungen festmachen. Während hierzulande „freigegeben ohne Altersbeschränkung“ das Maß aller Dinge ist, warnt der englische Text doch tatsächlich vor „Strong Language“ und „Sexual Content“. Soll sich wohl auf die Gummipuppen bei „Lady Marmalade“ beziehen, wo eine „Dialogszene“ sogar offensichtlich zensiert wurde. PINK schaut natürlich in ihren wechselnden Verkleidungen durchgehend sexy aus und ihr Körper ist in Topform, man siehe nur DIESE Lenden. Egal ob mit blonder Mähne oder grellem Iro, diese Powerfrau ist eine Augenweide, wie auch die teilweise anwesenden Tänzerinnen, welche natürlich perfekt choreographiert wirken. Daran erkennt man auch den musikalischen Spagat der US-Amerikanerin: Bei manchen Stücken agiert sie wie eine Rock Fronterin („Just like a Pill“ z.B.), dann schaut das Ganze wie eine Bandperfomance mit druckvollen Gitarren aus, andernorts ist die Bühnenshow eher typisch Pop Star-mässig, klar dass mir Ersteres besser gefällt. Dazu kommen viele kleine Details, welche angenehm improvisiert und spielfreudig wirken. Da wird ein Zuschauer auf der Bühne na ja sagen wir mal „gefoltert“ (der heiße Stuhl ist nichts dagegen!) oder die pinke Pussycat zollt ihren persönlichen Lieblingen Tribut (TWISTED SISTER, GUNS ’N’ ROSES). Das alles in 5.1 Surround Sound und mit perfekten Kameraeinstellungen von Totale bis Close Up, wie man es bei so einem Top Künstler eigentlich auch erwarten kann.

Als Bonus gibt es nur eine 19minütige Dokumentation „On the road with P!nk“, welche leider aufgrund der internationalen DVD-Version auch nicht untertitelt ist. Aufgrund der Kürze der Zeit bleibt das Filmchen natürlich recht oberflächlich, dennoch erfährt man ein paar interessante Dinge über den Touralltag und darf einer ungeschminkten (sehr süßen) Alecia über die Schultern schauen. Höhepunkt: Nach einem Gig in Deutschland lässt sich die Dame ihre (zweite) Brust piercen, einen kurzen Einblick für alle Metall-Fetischisten inklusive. Sie raucht sogar, da ist man ja in ihrer Heimat gleich der Antichrist. Dabei wird auch immer wieder deutlich, dass sie zwar der Star ist, aber ohne ihre Crew, ihre Musiker etc. vollkommen aufgeschmissen wäre. Ihr nehme ich auch ab, dass sie keine Allüren besitzt, sieht man von der weiblichen Grundzickigkeit ab.

Also für alle „Pinkheads“ absolut unverzichtbar, egal, ob man nun damals live zugegen war oder nicht. Die Setlist deckt alle relevanten Tracks ab, die Show ist beeindruckend, die technischen Aspekte können überzeugen. Allerdings hätte ich mir noch ein informatives Booklet und einiges mehr an Extras gewünscht, Material sollte es doch genug geben. Wer jetzt heiß auf eine Live Performance geworden ist, der hat schon im Herbst Gelegenheit dazu, dass quirlige Girl auf der Bühne zu erleben, dann natürlich auch mit allen relevanten neuen Kompositionen im Gepäck!

Tracklist:
Intro/ Can’t Take Me Home 00:57
There You Go 02:15
Split Personality 03:56
Most Girls 02:37
Lady Marmalade 01:34
Lady Marmalade Instrumental 01:24
I Wanna Rock 00:19
Intro/ Don’t Let Me Get Me 02:45
18 Wheeler 03:12
Family Portrait 04:42
Just Like A Pill 03:03
Respect 04:19
My Vietnam 01:24
Misery 01:27
Eventually 03:24
Summertime 01:13
Me and Bobby McGee 01:20
Piece of My Heart 01:27
Feel Good Time 00:51
God Is A DJ 02:49
Oh My God 03:08
Trouble 01:13
Last To Know 04:02
Try Too Hard 03:09
Unwind 03:25
Welcome to the Jungle 04:24

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