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P!NK - The Truth about Love

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Artist P!NK
Title The Truth about Love
Homepage P!NK
Label SONY MUSIC
Leserbewertung
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3.3/10 (21 Bewertungen)

Meine beinahe obsessive Vorliebe für P!NK als Person ist meinem näheren Bekanntenkreis sicher nicht entgangen, dennoch interessiere ich mich durchaus auch für den musikalischen Output der amerikanischen Power-Lady. Nun ist Frau Moore in den letzten Jahren als Mensch gereift, zumindest sagt man das ja der Geburt des ersten Kindes nach, Glücksgefühle und Verantwortungsbewusstsein inklusive. Hat also die kleine Willow einen Einfluss auf den Sound des Mega-Stars? Wird sie sich gemäßigter geben, Penatencreme statt Parties? Lyrisch den mahnenden Mama-Zeigefinger ausfahren? Zum Glück ist auf dem neuen Album, dem 6ten, davon nicht allzu viel zu spüren, dessen Cover sich augenscheinlich an den GUANO APES orientiert (nur in sexy) und mit ordentlich Retro-Charme punktet. P!NK will uns also etwas über die Liebe erzählen, die guten und die schlechten Seiten, Obsessionen, Glücksgefühle, die ganze Gefühlspalette der Verwirrtheit. Hierzu arbeitete sie wieder mit diversen Songwriting-Größen zusammen, die ich hier gar nicht aufführen möchte, es zählt schließlich die Musik, und die deckt wieder ihre typische Bandbreite ab wie beim Vorgänger „Funhouse“, der immerhin schon 4 Jahre auf dem Buckel hat.

Die Vorab-Single „Blow me (One Last Kiss)“ konnte bereits charten und präsentiert sich als typische P!NK-Nummer mit eingängigem Refrain, allerdings auch ein wenig auf Nummer sicher komponiert. Highlights sind derer andere: Das melancholische „Try“ beispielsweise, mit leichten HURTS/ 80er-Anklängen, das sich zu einem stilsicheren Ohrwurm entwickelt und im Gegensatz zu den fröhlichen Bubblegum-Hits (wie etwa dem beschwingten Titeltrack) steht. Oder „How come you’re not here“, wo die fast Glam Rockigen, vergleichsweise „harten“ Strophen erst nach mehreren Durchgängen mit dem verspielten Refrain harmonieren wollen. Nicht zu vergessen die Balladen an Position 4 (ok Halb-Ballade), 9 (mit Geigenkitsch und allem Drum und Dran) und 13. „Slut like you“ wartet mit einem (für prüde Ami-Verhältnisse) relativ derben Text auf und erinnert ansonsten stark an BLURs „Song 2“ („Woo Hoo“ anyone?). Relativ wenig kann ich „Here comes the Weekend“, der Zusammenarbeit mit EMINEM abgewinnen (man featurete sich ja schon andersrum bei „Won’t Back Down“), plätschert recht unspektakulär aus den Boxen. An anderer Stelle agiert noch eine gewisse Rose Cooper als Gast, die meistenorts sicher eher als LILY ALLEN für Aha-Erlebnisse sorgen dürfte. Auch enthält die Deluxe Version 4 Bonus Tracks, die mir – obschon im Netz überwiegend gelobt – mir leider nicht vorliegen.

Somit wiederum eine abwechslungsreiche Scheibe auf hohem Niveau im Spannungsfeld von Pop, Rock und ein paar leiseren Tönen – nicht wahnsinnig innovativ, aber gleichermaßen für Radio, Party und nachdenkliche Momente geeignet. P!NK ist einfach der „andere“ US-Superstar, eine erdige Lady zum „Anfassen“, der man ihre lyrischen Darbietungen auch abnimmt. Voller Leidenschaft, mal verletzlich, mal wütend und immer irgendwie authentisch, zum Thema „Liebe“ hat sie einiges zu sagen (insbesondere was die Hassliebe zu ihrem Ehemann angeht). Nur die neue Frisur ist sagen wir mal gewöhnungsbedürftig…

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