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POEMS FOR LAILA - Klamm

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Artist POEMS FOR LAILA
Title Klamm
Homepage POEMS FOR LAILA
Label METROPOL/ BROKEN SILENCE
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Mit „Klamm” präsentieren die Berliner POEMS FOR LAILA ihr siebtes Studioalbum seit Bandgründung 1988. Mastermind Nikolai Tomás schenkt uns neben acht brandneuen Songs auch neun remasterte, rare Klassiker. Ihm zur Seite steht neuerdings die Hamburgerin Miss Alaska als weiblicher Counterpart, nicht zu vergessen natürlich die Bandmusiker Arnold Kasar, Michael Paucker und Jan Peter Eckelmann.

Wie bereits bei der letzten Platte „Frühstück in Budapest“ aus dem Jahr 2004 wird im Gegensatz zum Frühwerk überwiegend deutsch gesungen. So auch beim Opener „Sie wissen nichts“, der bereits im Radio und auf myspace zu hören ist. Gleichzeitig ist der Song auch der eindeutig beste Track der Scheibe. Ein gelungener, sehr stimmungsvoller Einstieg in Sachen Folk-Pop-Alternative, dessen hohes Niveau leider nicht ganz gehalten werden kann. „Bleib doch noch“, „Liebe kommt, Liebe geht“ und „Weiter“ sind schöne Stücke, allerdings fehlt das besondere Etwas, das „Sie wissen nichts“ eben ausmacht. Zarte Melodien zeichnen auch „Gespenster“, „Egal“ und „Große Zeit“ aus, immer in Kombination mit Nikolais charismatischer Stimme. „Tell“ ist die erste Komposition, der in englisch vorgetragen wird und gleichzeitig auch der letzte neue Titel. „Suche nach dem Glück“ stammt wie „Nicht vorbei“ von der letzten Langrille. An der „Suche nach dem Glück“ beteiligt sich auch Miss Alaska in gesungener Form, was sich auch bei „Americans“ fortsetzt, das genau wie das spritzige „Linda Loves Me“, das melancholische„When I Die“ und das Duett „Last Cigarette“ der 2002er-VÖ „On A Wednesday“ entnommen wurde. Außerdem enthält „Klamm“ noch zwei Titel, die bereits 1996 auf Nikolais Solo-Silberling „Wild On“ erschienen sind. „I Take Your Decisions“ bringt ein wenig Tragik und Spannung ins Spiel, während “She’s Gone” dunkle, leicht verstörende Visonen aufkommen lässt, denen erneut Miss Alaska ihre Stimme leiht. Mit „Time Away“ ist außerdem noch ein Track des ersten Longplayers „Another Poem For The 20th Century“ vertreten, immerhin auch schon 18 Jahre alt, aber nach wie vor wunderschön anzuhören.

Herr Tomás singt von Unwettern, die sich vorm Haus und in seiner Seele abspielen, Bäume werden entwurzelt, er hört Stimmen, sieht Gespenster. Eine Reise in einen melancholischen Abgrund, Musik, die wie ein warmer Spätsommerabend klingt. Melodien, die deine Seele wärmen, die sich wie ein Glas Rotwein angenehm im Magen und Kopf ausbreiten. Wenig spektakulär, dennoch filigran und gerade in seiner Einfachheit eine Bereicherung.

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