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POETS OF THE FALL - Jealous Gods

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Artist POETS OF THE FALL
Title Jealous Gods
Homepage POETS OF THE FALL
Label INSOMNIAC MUSIC/ OMN LABEL SERVICES
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Mit „Jealous Gods“ machen POETS OF THE FALL dort weiter, wo sie mit „Temple Of Thought“ vor zwei Jahren aufhörten, und die Zutaten sind wieder weitgehend dieselben: wuchtige Balladen, getragene Rocksongs, die sich gerne auch mal beim Progressive Rock bedienen, gängige Melodien, ein oder zwei melodieverliebte Hit-Aspiranten, und das alles in der hochwertigen Produktionsqualität, die man von den finnischen Rockern inzwischen erwartet.

Tatsächlich könnte man „Jealous Gods“ fast wortwörtlich dasselbe Lob und dieselbe Kritik aussprechen wie seinem Vorgänger. Die elf Songs sind straff durchkonzipiert, kraftvoll und sauber produziert, ohne dabei klinisch zu klingen. Dem Titeltrack fehlt nicht viel, um in einer Liga mit GENESIS’ Klassiker „Carpet Crawlers“ spielen zu dürfen – im positiven wie negativen Sinne. Die POETS bewegen sich traumwandlerisch auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Gefühl, und wären die weitgehend klischeefreien Texte und die packende, authentische Präsentation von Sänger Marko nicht, würden sie gelegentlich in Schmalz und Peinlichkeit abrutschen. Aber gerade darin liegt die große Kunst der Band: Sie schafft es, Songs zu schreiben, bei denen sogar knödelige Gitarrensoli und Bombast, große Gefühle und sanft-rauer Kuschelgesang überraschend oft wirklich in Ordnung gehen. „Nothing Stays The Same“ hätten auch die frühen MARILLION nicht besser hinbekommen.

Immer funktioniert das jedoch nicht. „Rogue“, ein viereinhalb Minuten langer Instrumentaltitel, zeigt zum einen, dass Gitarrist Olli eben doch kein zweiter David Gilmour ist, auch wenn dem Track PINK FLOYDs „The Wall“ ansonsten aus jeder Pore dringt, und zum anderen erinnert man sich ohne Markos einfühlsamen, unaufgeregt-emotionalen, melancholischen Gesang eben doch wieder ganz schnell daran, wieso Punk 1976 keine schlechte Idee und dringend notwendig war. Aber die meiste Zeit singt Marko ja, und ein Aussetzer pro Album ist schließlich keine schlechte Quote. Mit „Rumours“ und „Hounds To Hamartia“ sind den POETS außerdem wieder zwei knackige Rocksongs gelungen, die vielleicht gerade noch fürs Formatradio taugen und ergo zum Hit werden könnten, aber trotzdem weder platt noch langweilig sind – Songs, auf die POETS OF THE FALL seit dem großartigen „Carnival Of Rust“ ein Abonnement haben.

Die einzige musikalische Überraschung auf dieser Platte ist „Choice Millionaire“, bei dem die elektronischen Spielzeuge von Soundtüftler Captain endlich wieder stärker zum Einsatz kommen, und das streckenweise ein wenig an die frühen PET SHOP BOYS erinnert – ein Sound, der den POETS überraschend gut zu Gesicht steht. Ansonsten gibt es wenig Neues, dafür viel gut gemachtes Bewährtes. Eingeschworenen POETS-Fans wird „Jealous Gods“ sicher gefallen. Live werden die Songs wie immer großartig rüberkommen. Und vielleicht muss man auch nicht jedes Mal das Rad neu erfinden. Aber ganz so sehr auf Nummer sicher hätten POETS OF THE FALL auch nicht gehen müssen.

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