Band Filter

POETS OF THE FALL - Temple Of Thought

VN:F [1.9.22_1171]
Artist POETS OF THE FALL
Title Temple Of Thought
Homepage POETS OF THE FALL
Label REMOTE/ BROKEN SILENCE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.5/10 (21 Bewertungen)

Nachdem die Single „Kamikaze Love“ schon eine Weile im deutschen Radio läuft, legen POETS OF THE FALL jetzt mit ihrem fünften Album „Temple Of Thought“ nach. Dabei sind sie ihrem melodieverliebten, melancholischen Stil weitgehend treu geblieben, vielleicht einen Tick gefälliger geworden, aber angesichts der Qualität der Songs ist das verzeihlich: „Temple Of Thought“ hat eine ganze Reihe von Highlights zu bieten, angefangen mit dem hymnischen Titeltrack über das träumerische „The Distance“ bis zum verrückten „Happy Song“, der das Album beschließt.

Das ist dann auch der einzige Titel, der mit dem erprobten Konzept bricht, das die POETS seit mittlerweile sieben Jahren sicher erprobt haben: Man nehme ein ordentlich dynamisches Schlagzeug, lege einen soliden Rock-Soundtrack drüber, schön abgerundet mit genau dem richtigen Maß an elektronischen Spielereien und gelegentlichen Gitarrenexkursionen, die fast ein wenig in Richtung Prog-Rock gehen. Und tatsächlich, je epischer die POETS dieses Mal zu Werke gehen – was besonders auf der zweiten Hälfte dieser Platte der Fall ist –, desto besser werden sie. „Morning Tide“ ist eine großartige Ballade von dieser ganz gewissen peinlichkeitsfreien, flügelausbreitenden und zur Sonne hinauffliegenden Sorte, während der schön straight gespielte Rocker „Show Me This Life“ seine volle Kraft erst in der grandiosen Steigerung am Schluss entfaltet. Die „Ballad Of Jeremiah Peacekeeper“ ist dann fast schon ein bisschen zu dick aufgetragen – die Grenze zwischen Romantik und Schmalz ist dann manchmal eben doch nur hauchdünn. Umso besser, dass darauf das durchgedrehte, schräge „The Happy Song“ folgt, in dem sich Sänger Marko als „Psycho“ outet und auch durchaus so klingt.

Wollte man an dieser anspruchsvoll produzierten und durchweg stimmigen Platte partout etwas auszusetzen finden, dann vielleicht „Cradled In Love“, ein zahnloses Liebeslied mit weichgespültem Falsettgesang, das vielleicht kommerzielle Pop-Radiosender ansprechen soll, aber inmitten der druckvollen Rocksongs auf dieser Platte zum Zapp-und-weg-Kandidaten werden könnte. Einer von elf ist andererseits ein ausgesprochen ordentlicher Schnitt – und wenn die Finnen im November auf Deutschlandtour kommen, geht es auch sicher rundum rockig zur Sache.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

POETS OF THE FALL - Weitere Rezensionen

Mehr zu POETS OF THE FALL