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POISONBLACK - Of Rust and Bones

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Artist POISONBLACK
Title Of Rust and Bones
Homepage POISONBLACK
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Eineinhalb Jahre und schon haben die Finnen wieder ein neues Album am Start. Fast scheint es wie gestern, dass „A Dead Heavy Day“ in die Läden kam, der Urlaub wird wohl am liebsten im Studio gebucht. Trotzdem darf man an dieser Stelle schon verkündigen, dass POISONBLACK hier keineswegs ein runtergerotztes und im Akkord eingespieltes Album abliefern, im Gegenteil, die Herren um Ville Laihiala (ex-SENTENCED) zeigen sich mutiger und experimentierfreudiger denn je.

Die Linie des letzten Werks wird konsequent weiterverfolgt und der Abstand zum gothiclastigen Sound der ersten beiden Alben dementsprechend größer, hier darf man jetzt wohl ohne Bedenken das Label (melancholischer) Rock draufsetzen, auch wenn die metallischen Wurzeln vor allem im Riffing immer noch erkennbar sind. Das Grundgerüst ist dasselbe wie auf dem Vorgänger, rockige Stücke mit einer guten Portion nordischer Melancholie (jedoch mit weniger Keyboard), dazu Villes düstere Texte über Alkohol, Depression, Hass, Liebe, das Übliche eben. Doch bei genauerem Hören lassen sich viele neue Einflüsse entdecken, so z.B. Jazzige Elemente auf dem 8-Minuten-Hauer „Down The Drain“ und sogar IRON MAIDEN–würdige Instrumentalpassagen inklusive Solo auf „The Last Song“. Einen rockigen Kracher wie „Casket Case“ (stärkstes Stück) hat man so bisher auch noch nicht zu hören bekommen. Dazu gibt es die üblichen Verdächtigen wie „My Sun Shines Black“ oder „Buried Alive“ (dem Titel nach zwar eine Hommage an SENTENCED, musikalisch jedoch eindeutig POISONBLACK). Die ganz großen Balladen, die an „My Darkest Lie“ oder „Only You Can Tear Me Apart“ anknüpfen könnten, fehlen zwar, wobei „Invisible“ eine durchaus passable Nummer ist, auf der Mr. Laihiala wieder einmal sein Talent beweist, selbst schonungslose Zeilen wie „I’m only good at destroying brain cells“ noch bittersüß zu vertonen. Glücklicherweise sind keine Aussetzer wie „Diane“ zu finden, eine runde Sache also!

Insgesamt ist „Of Rust and Bones“ trotz des nicht gerade kreativen Titels ein absolut gelungenes Album, das vor allem durch seine Experimentierfreudigkeit besticht und sich so doch deutlich genug von den bisherigen Werken abhebt. Hier dürfen nicht nur Genrefans zugreifen.

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