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POLY GHOST - Miracle

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Artist POLY GHOST
Title Miracle
Homepage POLY GHOST
Label TIMEZONE RECORDS
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Daniel, Kati und Michael aus Hannover/Chemnitz/Hildesheim veröffentlichten 2020 als POLY GHOST ihr Debütalbum „Touch Me“; mit „Miracle“ legt der flotte Dreier jetzt die nächste Langrille nach und präsentiert einen Sound aus Synthesizern, verzerrten Gitarren und elektronischem Schlagzeug, mit dem sie ihre Fans auf den bunten Funky-Indie-Pop-Dancefloor bitten.

Los geht’s mit der aktuellen Single-Auskopplung „Thinking of You“, bei der sich alles um die Lieblingsband dreht, die man in Teenagerjahren angehimmelt hat. Verspielt und lässig mixen POLY GHOST hier Synthesizer, Funk-Gitarren und Dance-E-Drums zu einem groovigen Ausflug in vergangene Zeiten, in denen man womöglich mit verschwitzten Händen und trockenem Mund dem Objekt der Begierde genau dieses ‚Always I’m thing of you‘ entgegen gestottert hat. Weiter geht es zum „Full Body Workout“, bei dem an die goldenen Zeiten der French-House-Götter JUSTICE und DAFT PUNK erinnert wird. Der Song eröffnet mit 70’s Vocal Samples, die maximal zerstückelt und per Bitcrush verfremdet sind. Slap-Bass und Synthesizer treiben deutlich an und der Refrain lässt plötzlich verzerrte Gitarren das Kommando übernehmen. Inhaltlich geht es bei dieser Nummer um den bittersüßen Zustand im Leben, der dich dazu bringt, dich selbst zu lieben, bevor jemand anderes es versuchen kann. Wenn es dir beschissen geht und selbst wenn nichts mehr hilft, bleibt immer noch der Sprung über den eigenen Schatten. Die Metamorphose aus dem eigenen Schneckenhaus und das Greifen nach den Sternen: „When life pushes you down, and you don’t know what to do: Push up, work it out and dance, just for you“. Wer kennt noch diese fürchterlichen Tamagotchis? In den Neunzigern hatten diese elektronischen Tier-Ersatze ihre große Zeit; regelmäßig gefüttert und geherzt werden mussten sie und ihr Gepiepe hat wie Sau genervt. POLY GHOST widmen sich ihnen mit zuckersüßen Melodien, bevor „Dancing With My Ghost“ erneut mit viel Verve und fetten Beats auf die Tanzfläche bittet. Am „Dinosaur Beach“ wird derweil ausgelassen gefeiert, um wenig später einen „Ananas Ring“ zu verspeisen, der flirrend aus den Boxen wabert. „Mac’n’Cheese“ gibt es auch, offensichtlich liegt das Gericht dem Trio schwer im Magen, denn das Tempo wird gedrosselt und die Platte endet recht chillig, nachdem zuvor das „Miracle“ mithilfe von pumpenden Beats und synthetischem Pling-Pling gelöst wurde. Mit dem „Hexagram“ zeigt sich die Truppe von seiner smoothen, kühlen Seite, um schließlich mit „Artifical Crush“ noch einmal in die Vollen zu gehen.

POLY GHOST servieren mit „Miracle“ eine musikalische Gemengelage, die sich irgendwo zwischen Synthpop, Indierock, Dreampop und Funk bewegt. Sieht man mal vom etwas zurückhaltenden Closer „Mac’n’Cheese‘ ab, wirkt das Ganze manchmal ein bisschen zu überdreht, aber wem Stillstand ein Graus ist und es gern überbordend mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

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