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PORNO PONY - Anker, Herz und Taube

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Artist PORNO PONY
Title Anker, Herz und Taube
Homepage PORNO PONY
Label BURROFELIZ
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

„Das Porno Pony und die bumsfidelen Mädchen vom Birkenhof“ – Solche Assoziationen lassen bei einem derartig unebenen Bandnamen natürlich nicht lange auf sich warten. Große Charterfolge werden so wohl eher nicht eingefahren, aber das ist auch nicht das Ziel dieses gemischtgeschlechtlichen Duos aus dem hohen Norden der Republik. Sven und Janneke brauchen nur einen Bass plus Computer, um live und auf Platte für ordentlich Stimmung zu sorgen. Dabei sehen sie ihre Wurzeln in den 80ern, NDW-Time – aber bitte die echte und nicht NENA und Co. Wobei sie selbst lang nicht so undergroundig wie ihre Heroen DER PLAN, PYROLATOR etc. musizieren, die Vorliebe für den Buchstaben „P“ hat aber offensichtlich überlebt.

Flotter Pop Punk mit weiblichem Gesang und gelegentlichen, bewusst dilettantischen männlichen Backings wird hier serviert. Das geht in die Beine und manchmal auch ins Hirn, denn die Texte sind zwar teilweise recht sexuell motiviert aber nur selten platt. PORNO PONY eben und nicht FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE. Der Vergleich musste natürlich kommen. Das Eröffnungstrio „An die Familie“, „1,2,3…“ sowie die Single „Schüttel dein Arsch“ (sicher ein Graus für Germanisten) macht einfach nur Lust, auf die Tanzfläche zu sprinten und gepflegt abzupogen. Als aktuelle Vergleichsmodelle muss man ganz klar SPILLSBURY und GROSSSTADTGEFLÜSTER nennen, die der gleichen Besetzungsschablone Mann/ Frau frönen und ebenso unbekümmert schnoddrige Texte mit flotten Beats/ Gitarren verbinden. Und auch wenn mir das jetzt keiner glaubt, hatte ich als 80er Urahnen die Kapelle NICHTS im Sinn, BEVOR mir klar war, dass die Cover Version „Radio“ von eben jener Truppe stammt. Mit „Hände in den Himmel“ hat man dann noch ein kleines Pathos-Stück im Repertoire, während „Schüchtern eher ungewollt“ mit leichtem Reggae Feeling in den Strophen überrascht. Nicht zu vergessen ein Hidden Track (natürlich) gen Ende.

„Lieber Gott, ich wünsch mir so, meine Stimme im Radio“ – Zumindest aus meinen Lautsprechern wird Jannekes Organ noch öfters ertönen, denn der charmant rumpelige Charme und die sehr angenehme Melodieführung zaubern einfach ein Lächeln ins Gesicht.

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