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POWDER FOR PIGEONS - s/t

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Artist POWDER FOR PIGEONS
Title s/t
Homepage POWDER FOR PIGEONS
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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9.0/10 (5 Bewertungen)

Zwei-Mann-Rockbands sind ja mitunter ein zweischneidiges (sic!) Schwert. Nicht umsonst besteht ja nun mal die klassische Rockbesetzung bekanntermaßen aus Gitarre, Bass und Schlagzeug. Verzichtet man nun auf eines der genannten Instrumente, läuft man Gefahr, dass das fehlende schmerzlich vermisst wird. Nicht so bei POWDER FOR PIGEONS. Das Duo, bestehend aus dem australischen Sänger und Gitarristen Rhys Jones sowie der Hamburger Schlagzeugerin Meike Hindemith hat kürzlich seinen selbstbetitelten Erstling veröffentlicht und schwört auf die Zweierbesetzung. Und das aus gutem Grund: Früher schon zusammen mit einem Bassisten als Trio unter dem Namen SWUNG MONKEY aktiv, reduzierte man sich nach dem Split ganz bewusst auf die Duett-Konstellation, um der Musik und der Arbeit daran ein maximales Maß an Direktheit zu verleihen.

Und das funktioniert gut, wie das halbstündige Rundstück beweist. Aufgenommen in einem Wohnzimmer in West-Australien, zieht die CD dem neugierigen Hörer eine wahrlich erfrischende Keule nach Art des Hauses über den Schädel, die so oder ähnlich auch von den seligen KYUSS, QUEENS OF THE STONE AGE oder FOO FIGHTERS kommen könnte, wenn die denn zu zweit wären. Schon der Opener „Hell Outta Here“ zeigt eindeutig auf, wohin die Reise geht. Das kraftvolle Drumming treibt die eingängigen Gitarren sehr schön nach vorne und darüber legt sich ein warmer, angenehm rauer, aber stets hochmelodischer Gesang, der tatsächlich an eine Mischung aus Josh Homme und Dave Grohl erinnert. Man spürt sofort, dass die neu gewonnene Zweisamkeit eine anscheinend beflügelnde Wirkung hat. Der Punch von Songs wie „Circles“ oder dem grandiosen „Release The Hounds“ lässt diesbezüglich keine Fragen offen. Natürlich klingt das roh und unbelassen ohne den weich zeichnenden Bass, aber das stört das Hörerlebnis in keinster Weise. Seien wir doch ehrlich: Für so geartete Musik, die sich irgendwo zwischen Stoner, punkigem Alternative und einer gesunden Portion Blues bewegt, braucht es einen gewissen ungehobelten Sound, ebenso wie ein gelungenes Songwriting. Beides meistern POWDER FOR PIGEONS mit Bravour. Die 9 enthaltenen Stücke sind rund, knackig, eingängig arrangiert und mit genug kleinen Feinheiten und Ecken und Kanten versehen, um nicht eintönig zu werden. Im Gegenteil: Man möchte sofort noch mehr von dieser wie entfesselt wirkenden Band hören, einfach weil sie einem dieses versonnene Lächeln aufs Gesicht zu zaubern vermögen. Also: Gang zum Kühlschrank, Bier aufreißen, Repeat-Taste drücken, alles klar?!

Es bleibt zu hoffen, dass das eine oder andere einschlägige Szene-Label auf das obendrein äußerst sympathische Duo aufmerksam wird und ihm die Möglichkeit für ein weiteres Album und eine ausgedehnte Tour bietet. Denn ganz besonders live spürt man die Hingabe und das blinde musikalische Verständnis der beiden Akteure besonders intensiv. Bis dahin kann ich jedem nur raten, sich das Album zu besorgen und auf eines der zahlreichen Konzerte der Band zu gehen. Es lohnt sich.

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