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POWDER FOR PIGEONS - Washed, Dried, Brain Fried

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Artist POWDER FOR PIGEONS
Title Washed, Dried, Brain Fried
Homepage POWDER FOR PIGEONS
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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9.7/10 (3 Bewertungen)

Alle Jahre wieder… gibt es ein neues POWDER FOR PIGEONS-Album, anno 2015, quasi zum dritten Geburtstag des australisch-deutschen Workaholic-Duos, nun bereits das dritte, das mit „Washed, Dried, Brain Fried“ auch erstmals einen Titel trägt.

Das unermüdliche Arbeiten merkt man den beiden Protagonisten Rhys Jones (Gitarre, Gesang) und Meike Hindemith (Schlagzeug) deutlich an. Zum einen schlägt sich die positive Routine in hundertprozentig stimmigen Arrangements nieder, die nur dadurch so leichtfüßig und rund um die scharfen Riff-Ecken biegen können, weil sie von Musikern erdacht sind, die ein absolut blindes Verständnis für die Spielweise des jeweils anderen haben. Zum anderen versprüht jeder einzelne der insgesamt acht neuen Songs diese schier unbändige Energie und Kraft, die POWDER FOR PIGEONS seit ihren Anfängen auszeichnet. Und die angesichts von wechselnden Wohnsitzen in Deutschland und Australien, quasi ständigem Touren (zuletzt mit YAWNING MAN und FATSO JETSON), sowie drei komplett in Eigenregie entstandenen und vertriebenen Alben innerhalb von drei Jahren wohl auch unerlässlich ist. Ermüdungserscheinungen sind auf „Washed, Dried, Brain Fried“ auf jeden Fall keine zu hören. Im Gegenteil: das Scheibchen platzt förmlich vor lauter Spielwitz und frischer Ideen. Die stilistische Grundausrichtung ist wie gehabt irgendwo in der Schnittmenge zwischen groovigem Stoner Rock und angenehm staubigem Grunge zu verorten, in der sich POWDER FOR PIGEONS mittlerweile eine eigene Identität erschaffen haben, die einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat. Dieser Klangkosmos aus schmissigen Riffs, kraftvollem, treibenden Drumming und höchst eingängigen Gesangsmelodien scheint einer steten Erweiterung zu unterliegen. Gleich der Opener „Bleed“ zum Beispiel feuert sämtliche Scheuklappen mit Wucht in die Ecke und atmet mit seiner düsteren Heavyness beinahe Industrial-Luft. PRONG, anyone? „Sold The Sun“ kontert mit einer dieser Melodien, nach denen sich so manche Steinzeitmonarchinnen die Finger lecken würden und schlägt die Brücke zu von Durchlauf zu Durchlauf immer weiter wachsenden Krachern wie „El Horizonte“ und besonders „So Fuckin Tired“ und „Sign Away“, die sowohl SOUNDGARDEN als auch HELMET zur Ehre gereichen würden. Das alles pumpt so unglaublich wuchtig aus den Boxen, dass man einfach nicht aufhören kann, heftigst mit dem Kopf zu nicken. Mir kommen bei einer derart eleganten Melange aus beschwingten Momenten und roher Kraft unwillkürlich die erhabenen MELVINS in den Sinn, auch wenn die ganz anders klingen. Und obwohl POWDER FOR PIGEONS in Rhys Jones ohne jeden Zweifel den besseren Sänger haben.

„It’s all f***ing said and done!“ heißt es am Schluss dieses kurzen, aber vor allem kurzweiligen Albums. Dem muss ganz klar widersprochen werden. Ich zum Beispiel hätte gern noch gewusst, warum jeder einzelne POWDER FOR PIGEONS-Song ein verdammter Smash-Hit ist. Die Antwort dann bitte auf dem vierten Album! Danke!

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