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POWERWOLF - Call of The Wild

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Artist POWERWOLF
Title Call of The Wild
Homepage POWERWOLF
Label NAPALM RECORDS
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POWERWOLF haben inzwischen auch schon 18 Jahre auf dem Buckel, aber von Müdigkeit ist bei den Wölfen aus Saarbrücken deshalb noch lange nichts zu spüren. Der Sage nach haben die Brüder ‚Matthew (Lead- und Rhythmusgitarre) und Charles (Bass & Rhythmusgitarre) Greywolf‘ die Kapelle aus der Taufe gehoben. Während eines Urlaubs in Rumänien wurden sie in einer Bar von ‚Attila Dorn‘ gefragt, ob sie noch einen Sänger bräuchten. ‚Falk Maria Schlegel‘ übernahm die Orgeltasten und der Niederländer Roel van Helden bearbeitet seit nunmehr auch schon zehn Jahren die Felle. Soweit die Legende, die zweifellos perfekt zum orchestralen Power-Metal mit erhabenen Orgelklängen passt, den die Combo mit großem kommerziellem Erfolg und bombastischen Live-Shows zelebriert, die gern auch als Metal-Messen bezeichnet werden.

Wer sich unter diesen Beschreibungen nichts vorstellen kann, muss sich nur den opulenten Opener des achten Studioalbums „Call of The Wild“ anhören, denn das temporeiche „Faster Than The Flame“ ist symptomatisch für den POWERWOLF-Style: da wird mit großem Besteck gearbeitet, das metallische Grundgerüst bekommt mitsamt Orgelverbrämung und lateinischen Text-Versatzstücken einen wahrlich pompösen Kick und in diesem Sinne schließt sich auch das nicht weniger druckvolle „Beast of Gevaudan“ an. Die Jungs haben ihr Image wahrlich mit Leben gefüllt und so gerät ihr jüngster Studio-Output fast zu einem Soundtrack ihrer eigenen (Lügen-)Geschichte. Das extrem eingängige „Dancing With The Dead“ wird zweifellos auf den geplanten ‚Wolfsnächten“ im Oktober abgefeiert werden und ein Song wie das ungestüme „Varcolac“ lässt vor dem inneren Auge dramatische Szenen in einer sturmumtosten, dunklen Nacht in Transsylvanien aufblitzen, während die Power-Ballade „Alive Or Undead“ die volltönende Stimme von Attila Dorn in den Mittelpunkt rückt. Immerhin darf der Mann ja von sich behaupten, halb Ungar und halb Rumäne zu sein und vor seinem Engagement bei POWERWOLF nur klassische Musik gemacht zu haben. Das ist zwar kompletter Blödsinn, denn auch er kommt aus dem Saarland und die erste Combo des heute 50-jährigen Karsten Brill hatte Grunge Rock auf dem Zettel, aber der erdichtete Lebenslauf des Attila Dorn passt hervorragend zum POWERWOLF-Gesamtkonzept, dem beim nachfolgenden „Blood For Blood (Faoladh)“ noch eine ordentliche Portion Folk hinzugefügt wird. Der sakrale Stomper „Glaubenskraft“ wird in deutscher Sprache vorgetragen und unterstreicht den Anspruch der Combo, spirituell zu sein. Weiter geht’s mit dem hochenergetischen Titeltrack „Call of The Wild“ und dem blitzschnellen „Sermon of Swords“, bevor zu „Undress To Confess“ die Kirchenglocken läuten, die Orgel zu glühen beginnt und ein Chor im Hintergrund schmettert. Bleibt noch das große Finale mit „Reverent of Rats“, mit dem sich das Quintett nachdrücklich verabschiedet.

Nein, Zurückhaltung kennen POERWOLF nicht! Alles auf „Call of The Wild“ ist groß, imposant und beeindruckend. Zu einer solchen Opulenz gehört einfach auch eine entsprechende Story, die auch in einer gut durchkomponierten Live-Show zum Besten gegeben wird. Darauf versteht sich der Fünfer zweifelsohne und auch musikalisch sind die Herrschaften über jeden Zweifel erhaben. Ebenso ist die Produktion der Platte ohne Fehl und Tadel, sodass es kein Wunder ist, dass „Call of The Wild“ eine Woche nach Veröffentlichung bereits #2 der Charts geentert hat.

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