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PRAY FOR ABSOLUTION - The Absence Of Life

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Artist PRAY FOR ABSOLUTION
Title The Absence Of Life
Homepage PRAY FOR ABSOLUTION
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.0/10 (5 Bewertungen)

Sechs Jahre sind seit ihren letzten Gebeten vergangen. Sechs Jahre, in denen man (bis auf einige Live-Auftritte) ein musikalisches Lebenszeichen von PRAY FOR ABSOLUTION vergeblich erbitten musste. Doch nun hat sich das lange Händefalten ausgezahlt: die fünf Jungs aus OWL erlösen ihre Jünger und präsentieren nach Ihrer Demo-EP (2009) nun ein ganzes Album mit dem Titel „The Absence Of Life“.

Los geht es mit dem starken „Everything“. Der Opener erfüllt seine Aufgabe von der ersten Sekunde an mit Bravour, baut vom Fleck weg Tempo auf und entpuppt sich als klasse Vertreter des Modern Metals. Peitschendes Riffing und treibendes Drumming liefern sich einen heißen Tanz mit packendem Groove und dem Wechsel zwischen Shouts und Cleangesang – da stockt einem vor Staunen schon mal der Atem. Kein Wunder also, dass sich im Anschluss passend „Trying To Breath“ nicht lange bitten lässt. Hier fährt das Quintett bekannte Geschütze auf und glänzt mit den Tugenden ihrer Vergangenheit: Death Metal-Anleihen, schöne Tempowechsel und ein starker Refrain machen das Stück jetzt schon zu einem modernen Klassiker der Truppe. Die folgende Nummer „Elapsed Times“ wird mit einem tollen Riff von Simon eröffnet (welcher ein wenig an dessen Beitrag im Song „Surrender“ von Freddys Projekt „DEAR…“ erinnert) und mutiert durch seinen Drive und das spätere, tolle Gitarrensolo zu einem wahren Highlight des Rundlings. Etwas bedächtiger beginnt „Solitary Cell“, legt aber nach knapp einer Minute wieder ordentlich zu. Nach den Cleanparts zu Beginn wird man von der starken Instrumenten-Front (inklusive des in der Zwischenzeit neu dazu gestoßenen Matthias Schulz am Bass) über starke Growls zu einem wahren Ohrwurm-Refrain geleitet. „The Way We Are“ kommt fast ohne Klargesang aus, weiß aber bei aller Wucht vor allem durch seine Melodie zu punkten und eine spannende Atmosphäre zu erzeugen. Richtig den Hammer kreisen lässt dann „Approach With Caution“. Fieses Shouting, Henriks donnernde Drums und die wuchtige Saitenarbeit von Matthias, Tim und Simon – welcher mit seinem Solo einen kleinen Sonnenstrahl am ansonsten herrlich düsteren Gewitterhimmel zaubert – bietet einen weitere Option, warum man das Album wohl „Das Fehlen von Leben“ taufte – hier werden keine Gefangenen genommen. Der siebte und letzte der bisher noch nicht veröffentlichten Songs auf diesem Longplayer trägt den Namen „This is not“ und bietet wieder eine solide Modern Metal-Komposition mit schöner Melodie im Refrain. Das Dutzend voll machen dann fünf neu eingespielte Klangwerke, welche man bereits auf der Demo-EP krädenzt bekam. Da wäre zum einen das schmetternde „Fallen Saviour“, welches in Sachen „Rockigkeit“ nichts eingebüst hat und das starke „Buried Secretely“; beide sind ihren Vorgänger-Versionen sehr ähnlich – und das ist auch gut so! Etwas kürzer fällt hingegen „BMS II“ aus. Gestaltete man 2009 das Stück noch atmosphärisch recht düster und mit einem Black Metal-Hauch, ist man nun auch mit Gesangspassagen unterwegs und hat sogar nu metallische Parts eingebaut. MÜSSTE ich mich zwischen beiden Varianten entscheiden, würde meine Wahl knapp auf „BMS“ fallen (und das trotz Nu Metal-geprägter Jugend!), weil es einfach noch besser zeigt, was die Truppe alles drauf hat. Glücklicherweise muss ich mich jedoch nicht entscheiden – und so liefert man mit „BMS II“ eben eine zusätzliche, sehr gelungene Kreation ab. Ebenso wieder mit von der Partie ist „Accept“, welches es nun schon zum dritten Mal (wenn man BURNED ALIVE-Zeit mit einbezieht) auf eine Veröffentlichung der Ostwestfalen geschafft hat. Aber alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei – da macht dieser Midtempo-Kracher mit seinem prägnantem Riff keine Ausnahme; auch oder weil er statt des groovenden Endspurts nun mit einem feinen Solo und eine gute Minute früher endet. Last but not least wäre da noch ein ganz besonderer Song: „Never forget“ ist und bleibt der emotionalste Song der Band und ist auch in der dritten Version nach wie vor genau so bewegend wie treibend. Die Komposition reift zusammen mit der Band immer weiter und gewinnt dabei gleichermaßen noch weiter an Qualität.

Mit dieser LP liefern PRAY FOR ABSOLUTION ein gelungenes Zeugnis darüber ab, wie man sich konsequent weiterentwickelt. 2015 klingt man geradliniger als je zuvor und versteht es umso besser, die Sache auf den Punkt zu spielen. Das was man bei den Variationen der bereits veröffentlichten Titel als Funken erkennen kann, strahlt bei dem neu kreierte Liedgut erhellend auf. Zwar kam der Sound auf der im Studio aufgenommenen EP noch etwas satter und dicker rüber, dennoch brauchen sich diese selbst abgemischten und produzierten 44 Minuten auch technisch nicht zu verstecken. Mit „The Absence Of Life“ zeigen PFA, dass hier sehr wohl noch ein ganze Menge Leben drin steckt!

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