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PRIDE AND FALL - Nephesh

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Artist PRIDE AND FALL
Title Nephesh
Homepage PRIDE AND FALL
Label DEPENDENT/ MINDBASE
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Vom Label vollmundig als DIE nächste große Future Pop-Hoffnung angekündigt lösen PRIDE AND FALL das ein, was erfahrene Recken wie VNV NATION oder APOPTYGMA BERZERK mit ihren letzten Veröffentlichungen nur teilweise schafften. Das Genre „Future Pop“ ist wie kein anderes limitiert in seinen Möglichkeiten, die melancholischen Melodielinien, die schnellen, eingängigen Beats sowie die bombastischen Synthies gehen heute schon mehr als einem früheren Anhänger auf die Nerven. Da gibt es für Newcomer eigentlich nur 2 Möglichkeiten: In den vorhandenen Grenzen noch brillanter zu sein als die Konkurrenz (schwierig) oder artfremde Elemente hinein zu mischen (schon einfacher). PRIDE AND FALL, die wie ICON OF COIL aus Norwegen stammen, haben sich dann auch der letzteren Lösung verschrieben.

Biographische Infos sind eher rar. Ende 2000 fand man sich zusammen, wobei das Trio unterschiedliche musikalische Backgrounds wie z.B. Trance, Metal oder Gothic vorweisen kann, vielleicht auch ein Grund für die Vielschichtigkeit. Einiges fällt natürlich genre-konform aus. Der samtene, leicht kehlige Gesang Sigve Monsens liegt in etwa zwischen Tom Shear und Ronan Harris und verbleibt dabei bemerkenswert unaufdringlich. Musikalisch beherrscht man den hymnischen Refrain natürlich ebenso wie elegante Keyboardteppiche, wie z.B. bei „Paragon“, wo die immer wiederkehrende leicht hektisch wirkende Refrainuntermalung kurz vor dem Abgrund hin zur Nervigkeit verbleibt und damit doch noch bestens unterhält. Oder wie beim besten Stück, „December“, bei dem der Kunstgriff daraus besteht, mitten im Lied für einen Moment innezuhalten und dann von ganz tief unten DEN großen Refrain einzuleiten. Der cleverste Schachzug der Skandinavier aber war, die 6 „richtigen“ Songs von Instrumentals zu umrahmen, die vor allem mit Trance oder Wave-Elementen für Abwechslung sorgen. So fällt gar nicht auf, dass die eigentlichen Stücke gar nicht so viel mehr bieten als VNV Nation und Co.

Auf Position 99 befindet sich übrigens noch ein kurzer Bonustrack mit einleitendem Sample und wehmütiger Orchestrierung, der mich irgendwie an das filmische Meisterwerk „Abre los Ojos“ („Open your Eyes“) erinnert, ASSEMBLAGE 23 hat sich davon ja auch schon inspirieren lassen. Und letztgenannte sind in der momentanen Verfassung auch die einzigen, die mit der Frische und Qualität der norwegischen Jungspunde mithalten können. Mal schauen, ob sie sich dauerhaft in der Elektro-Szene etablieren können, ein erstes Ausrufezeichen ist jedenfalls gesetzt!

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