Band Filter

PRIMAL SCREAM - Riot City Blues

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PRIMAL SCREAM
Title Riot City Blues
Homepage PRIMAL SCREAM
Label SONYBMG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (1 Bewertungen)

PRIMAL SCREAM bringen es inzwischen auch schon auf stolze 22 Dienstjahre. Aber bis auf den Fronter Bobby Gillespie (ex THE JESUS AND THE MARY CHAIN) gibt es wenig Konstantes bei den Schotten. Sowohl Besetzung als auch Musikstil unterlagen sehr regelmäßigen Wechseln. Startete man als Psychedelic Rock Band, die gern in einem Atemzug mit THE STOOGES genannt wurde, wechselte man bald in Richtung Rock mit Dance-Einschlag à la STONES ROSES (ex STONE ROSES-Mitglied Gary Mounfield zupft übrigens seit einigen Jahren bei PRIMAL SCREAM den Bass). Damit nicht genug, schloss sich eine Phase mit Rock im Stil der ROLLING STONES an, gefolgt von abermals stärker elektronisch geprägter Musik. Den größten Erfolg hatten PRIMAL SCREAM 1991 mit dem Album „Screamadelica“, das mit psychedelischem Dance Rock ein Konglomerat der verschiedensten Musikausprägungen bildete. Den Cineasten dürften außerdem PRIMAL SCREAM-Songs aus „Trainspotting“ und „Bridget Jones“ bekannt sein.

Und was erwartet uns 2006 mit dem neunten Studioalbum? Glasklarer Rock! Wer die Glasgower schon länger kennt, wird sich an die 1994-er Scheibe „Give Out But Don’t Give Up“ erinnert fühlen. Die Band hat zum Rock ’n’ Roll zurückgefunden, wie gleich der Opener und die erste Single-Auskopplung „Country Girl“ klar macht. Dieses Country Girl ist kein Kind von Traurigkeit und dürfte sich auch auf den Tanzflächen der Clubs hervorragend machen. Sehr schön auch der Einsatz der eher ungewöhnlichen Instrumente wie Banjo und Mandoline. Überhaupt bedienen sich die sechs Herren neben dem üblichen Line Up von Gitarre, Bass und Drums noch allerhand anderen Werkzeug zur Geräuscherzeugung. Als da wären noch Synthesizer, Piano, Orgel, Harmonium und Mundharmonika. „Nitty Gritty“ geht genauso wie „Country Girl“ in die Beine. Gesangliche Unterstützung findet Bobby Gillespie bei Alison Mosshart von THE KILLS, die auch beim gitarrenlastigen „Suicide Sally & Jonny Guitar“ für die weiblichen Vocals sorgt. Trotz der Vielzahl der eingesetzten Instrumente dominieren die Saiteninstrumente gemeinsam mit dem energiegeladenen Gesang Gillespies, lassen aber genügend Raum zur Entfaltung der übrigen Sounds. „When The Bomb Drops“ ist dafür ein gutes Beispiel. „Little Death“ entführt in eine komplett andere Welt, der Leierkasten von Gastmusiker Chris Allen wirkt in der Kombination mit Gitarren und Gesang recht fernöstlich und ist eines der wenigen ruhigeren Stücke. „The 99th Floor“, “We’re Gonna Boogie” und „Dolls“ nutzen hingegen stellenweise Elemente des Blues. „Hell’s Comin’ Down“ geht sogar ins Country-Fach, hier wird gefiedelt, was das Zeug hält. Kaum zu glauben, dass die Scheibe in nur 10 Tagen in den Londoner Olympic Studios aufgenommen wurde und nicht irgendwo in den Weiten der USA oder vielleicht auch Schottlands. Zu guter Letzt wird es noch einmal richtig romantisch, schließlich haben auch harte Rocker ein weiches Herz und dann passt „Somtimes I Feel So Lonely“ textlich und musikalisch hervorragend.

Rundum eine gelungene Platte für jeden, der auf handgemachten Rock steht. Hier gibt es ordentlich was auf die Zwölf und jeder der zehn Tracks weiß zu überzeugen. Keine Spielereien, aber auch keine abgegriffenen Plattitüden. Wollen wir hoffen, dass PRIMAL SCREAM jetzt auf diesem Kurs bleiben und uns noch einige Songs dieser Güte bescheren.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

PRIMAL SCREAM - Weitere Rezensionen

Mehr zu PRIMAL SCREAM