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PRINCIPE VALIENTE - Choirs Of Blessed Youth

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Artist PRINCIPE VALIENTE
Title Choirs Of Blessed Youth
Homepage PRINCIPE VALIENTE
Label AFMUSIC/ ALTONE
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Hach, da könnte man glatt nostalgisch werden: So schön wie auf „Choirs Of Blessed Youth“ hat lange keine aktuelle Band mehr den Goth-Sound der Achtziger eingefangen. Die vier Schweden von PRINCIPE VALIENTE haben genau erfasst, wie man die Essenz aus melancholischer CURE-Tristesse, NEW-ORDER-Bass und PETER-MURPHY-Vocals zu eigenen Songs destilliert. Passend dazu haben sie live bereits mit PETER HOOK und BAUHAUS sowie natürlich auf dem WGT gespielt, und jetzt liegt Album Nummer zwei vor: konsequent düster, konsequent retro, konsequent schön.

Sicher, wahnsinnig originell ist das nicht, und wenn mir jetzt jemand gesagt hätte, bei der vorliegenden Platte handele es sich um ein verschollenes Werk der Früh-Neunziger-SISTERS-Epigonen LOVE LIKE BLOOD, hätte ich das ohne weiteres geglaubt. Andererseits kann man sich in die sehnsuchtsvollen Synthi-Sounds von „Fiction“ einfach fallen lassen und sich zurückführen lassen in eine Zeit, da Gothic noch mehr mit einer bestimmten Geisteshaltung als mit Gesehenwerden verknüpft war. Der Sound ist voller, bombastischer, elektronischer, aber die Atmosphäre, die er transportiert, ist lupenreiner Darkwave. Sänger Fernando Honorato orientiert sich zwar hörbar an IAN CURTIS und PETER MURPHY, klingt dabei aber angenehm mühelos und nicht aufgesetzt, und die treibenden, trockenen Beats sorgen dafür, dass die üppigen Synthi-Arrangements nicht zu kitschig geraten.

Vor allem aber können PRINCIPE VALIENTE wirklich gute Songs schreiben: So wichtig die Atmosphäre sein mag, die Melodien sind stets anspruchsvoll und gelungen, und Honorato überzeugt gerade bei den dynamischen Tracks wie „Temporary Men“ mit dieser ganz speziellen Emotionalität, die aus der gothic-typischen Mischung aus Sehnsucht und Einsamkeit entsteht, und wenn die dann noch so fließend und hypnotisch inszeniert wird wie beim Rausschmeißer „Flower In You“, dann mag man der Band ihre Heldenverehrung schon gar nicht mehr wirklich übel nehmen. Denn schließlich bedienen sie sich nur bei den Besten – und in einer Szene, in der Nostalgie so hoch gehandelt wird, sollte das niemanden stören.

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