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PROJECT: FAILING FLESH - A Beautiful Sickness

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Artist PROJECT: FAILING FLESH
Title A Beautiful Sickness
Homepage PROJECT: FAILING FLESH
Label KARMAGEDDON MEDIA
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Vielleicht kann man ohne Label-Deals die kompromisslosesten Scheiben einspielen. Dachten sich auch die beiden Soundtüftler Kevin 131 und Tim Gutierrez, die daraufhin ins Assembly Line Studio in Vienna (nein, nicht DAS Vienna) einfielen, um ihren künstlerischen Ideen Gestalt zu geben. Richtig poppte die Sache aber erst, als man den Vokalisten Eric Forrest ins Line Up holte. DER Eric Forrest der Legende VOIVOD, welcher mit seiner charismatischen Stimme einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Zusammen spielte man vorliegendes Album an, welches – wie das Promoinfo richtig bemerkt – soundtechnisch ausgezeichnet klingt. Nachdem man das Resultat ein paar Monate in Eigenregie vertrieb, nahm sich Karmageddon der Sache an und nun liegt die Scheibe vor mir.

Zunächst möchte ich aber noch auf die „Medical Dramas“ Sektion auf der Bandhomepage hinweisen, die mit recht kranken Bildern von zusammengewachsenen Zwillingen aufwarten kann. Soll wohl das „Failing Flesh“ optisch unterstützen, aber ob das nötig ist? Musikalisch erinnern die ersten Sekunden auf jeden Fall an FEAR FACTORY, mit den typisch abgehackten, klinisch kalten Riffs. Aber noch bevor man „Plagiat“ sagen kann, ändert sich die Szenerie und dieses Stilelement wird eines unter vielen. Neben Erics heiser-kehligem Gesang, der ein wenig an die im doppelten Wortsinn seligen BELIEVER gemahnt, stehen hier Vergangenheit und Zukunft dicht beieinander. Die Vergangenheit wird repräsentiert durch klassisches Bay Area Thrash-Geschreddere (z.B. „Long Silent Voices“), welches auch mal von ein paar Blast Attacken abgelöst wird. Daneben haben wir aber auch den verstärkten Einsatz von Keyboards, mal symphonisch, mal schräg. Manche Passagen würden jeder epochalen Black Metal Kapelle gut zu Gesicht stehen, anderes klingt eher pathologisch aus elektronischen Genres entlehnt. „9mm Movie“ glänzt sogar durch den Einsatz von Violinen, während „Taste of the Lie“ von PRONG stammen könnte, wenn die sich weiterentwickelt hätten. Obwohl die wahrscheinlich nicht am Ende des Stücks versucht hätten, meine Boxen mit Lärmkaskaden zu zerstören…

Ein in jeder Hinsicht professionelles und progressives Album, welche die nötige Aggressivität dennoch nicht missen lässt. Man muss sich allerdings einhören, bevor man mitwippt, denn das hier ist eher Kopfmusik. Modern Cyber Thrash würde ich diesen Sound mal vage klassifizieren, da man ja immer eine Schublade braucht. Vielleicht kein absolutes Meisterwerk aber fern von jedem Klischee!

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