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PROJECT PITCHFORK - Dream, Tiresias!

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Artist PROJECT PITCHFORK
Title Dream, Tiresias!
Homepage PROJECT PITCHFORK
Label PRUSSIA RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.8/10 (20 Bewertungen)

Kürzlich erschien bei uns eine Rezension von PROJECT PITCHFORKs Vorabmaxi “Feel!”, die viele gute Ansätze hatte (Die CD, nicht die Rezi), jedoch letztendlich zwiespältig bewertet wurde. Nun haben wir auch die Chance erhalten, ein Ohr auf das komplette neue Album zu werfen, eine Chance, die sehr interessiert wahrgenommen wurde, denn immerhin verfolgt mich die Band schon mein ganzes Szeneleben lang und die Herren Elektroniker waren immer treue Weggefährten. Über die vielen Jahre ist einiges passiert, es gab Höhen und Tiefen in ihrem Schaffen, aber trotzdem war man immer wieder auf neue Veröffentlichungen gespannt. Und nach sehr langer Zeit haben die Pitchies es geschafft, mich tatsächlich zu überraschen, denn man geht wieder „Back to the roots“, was ich so nicht erwartet hätte. Man darf natürlich keine „Dhyani“ erwarten, aber teilweise schnüffele ich die Magie der „Entities“, und das will schon sehr viel heißen.

Und diese Magie kommt schon beim Opener „If I could“ zur Geltung, der wunderbare Aufbau leitet einen direkt an der Hand in den Zauberwald, und prompt steht man schon vor treibenden Electrosounds mit einem straighten Beat. Schon nach kurzer Zeit weiß man somit, was einen auf dem Rest des Albums erwarten wird, es wird endlich wieder die rein elektronische Trumpfkarte ausgespielt und die Deutschen beweisen schlicht und einfach, was sie am besten können. Am Anfang wird gleich alles präsentiert, was die Szene sehnsüchtig erwartet hat, ein elektronisch geistreicher Song mit dem nötigen Pep, um gleich auf die Tanzfläche zu spurten. „Nasty Habit“ macht nahtlos weiter, ein harmonisches Gleichgewicht aus Wiedererkennungswert, Hooklines, Beats und natürlich dem wundervoll typischen Spilles-Gesang, der ohne überdrehte Effekte einfach am besten zur Geltung kommt. Auch die folgenden Titel können das Niveau halten, die Songs hämmern sich ins Gedächtnis und heben meine Stimmung Minute für Minute, auch die instrumentalen Übergänge befördern den Hörer überaus gekonnt von Track zu Track und bei „An End“ angelangt, fühlt man sich dann allerspätestens auf dem Gipfel des Berges, wo die Musik einen düster und doch besinnlich über eine ruhige Berglandschaft blicken lässt. “Your god“ rauscht dann inklusive Rezensent mit Tempo 100 ins Tal, die verzerrten Beats und Sounds puschen mein Adrenalin regelrecht in die Höhe… Ja, PROJECT PITCHFORK sind endlich wieder da, wo sie sein sollen. Schon kommen wir beim beschaulichen „Feel“ an und es bewahrheitet sich, was ich schon in meiner Maxi-Rezension beschrieb, ein guter Album-Titel, der nach mehrfachem Hörgenuss einfach gut ins Konzept passt und die anderen Musikstücke ergänzt, aber er sticht einfach nicht als Kracher heraus, dafür sind viel zu viele andere Kompositionen besser geeignet. Danach werden die „Pitchies“ etwas gewagter und versuchen noch ein wenig mehr Extravaganz in die Titel zu packen, aber ohne diese Eigenschaft würde ja auch etwas fehlen. Dafür ist das Ende mit „Passion“ perfekt gewählt, ein hervorragend tanzbarer melancholischer Song, der meine Emotionen noch mal perfekt bündelt und meine innerliche Euphorie krönend zum Abschluss bringt.

Somit sei allen PITCHFORK-Fans gesagt, wer sich dieses Album nicht kauft oder es nicht mag, der war niemals ein echter Anhänger dieser Szenegröße! Nein, es ist keine 100 prozentige Reinkarnation der Anfänge, aber ehrlich gesagt will ich das auch nicht, die alten VÖs waren für ihre Zeit perfekt und haben einen wichtigen Bestandteil unseres Lebens ausgemacht, aber „Dream, Tiresias!” ist ein neues Kapitel in der Schaffensreihe der Band, das hoch gelobt werden muss und von mir ehrlich gesagt auch seit langer Zeit erwartet wurde, denn es hätte prima an die „IO“ angeknüpft. Das Sounddesign ist auf der Höhe der Zeit, wenn nicht sogar ein wenig seiner Zeit voraus, wenn es nicht extrem viele Anleihen zum „Playing the Angel“ Album von DEPECHE MODE geben würde, jedoch wirken diese hier besser als integraler Bestandteil des künstlerischen Schaffens und nicht so erzwungen wie bei den Engländern aus Basilton. Diese Sounds liegen einem auch teilweise schwer im Magen, aber ich bin ein Freund der deftigen Küche und somit höre ich mir nun noch mal das neue Album am – zum 10 mal hintereinander!… Das Jahr 2009 wird für mich immer mit diesem Meisterwerk verbunden sein.

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