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PROTEST - Have a Rest, please

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Artist PROTEST
Title Have a Rest, please
Homepage PROTEST
Label METAL AGE PRODUCTIONS
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Es ist ein guter Job, den Metal Age Productions machen. Die Bands des Labels sprechen zum Teil nur gebrechliches Englisch, spielen hauptsächlich abseits der großen Festivals und sind in keinerlei Weise auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, was einer schnellen Identifikation oder gar kommerziellen Interessen deutlich im Wege steht. Doch es wird ganz klar, dass hier eine Gruppe Liebhaber an ihre Schützlinge glaubt, unermüdlich die Zeitschriften und Webzines mit tausenden von Promos bemustert und glücklich über jede positive Resonanz ist. Zudem wird hier dringend notwendige Überzeugungsarbeit für die Metalgruppen der mittel- und osteuropäischen Staaten gemacht. Auch wir wollen eine Lanze brechen und zwar für die in der Slowakei ansässigen PROTEST, deren Party Grind in eine ähnliche Kerbe schlägt wie die noch vor kurzem besprochene Scheibe von GOREROTTED.

Und vom feiern verstehen die Slawen so einiges – wer schon mal auf einer polnischen Hochzeit war, wird verstehen, was gemeint ist. In diesem Sinne ist der Albumtitel durchaus nicht ironisch, denn man sollte sich tatsächlich bequem hinsetzen und bis auf weiteres jegliche Aktivität ruhen lassen, bevor man sich der Musik hingibt und überspült wird von einer Welle aus Energie. Nichts Parkbank und Herbstlaub, nichts Tod und Trauer, dies ist das pralle Leben! Man mag es deshalb kaum glauben, dass eben diese Band ein Debütalbum vorlegte, welches nach Angaben des Presseinfos Doom, Keyboards und weiblichen Gesang beinhaltete und dass danach ein Leidensweg begann, der zuerst in der Nichtveröffentlichung des Nachfolgers „About human idols“ und dann der vorübergehenden Kündigung der gemeinsamen Zusammenarbeit endete. Doch wer sich von derartigen Rückschlägen nicht entmutigen lässt, der kann nur gestärkt aus den Krisenzeiten hervorkommen und so stehen hier die selben Jungs und haben 16 Knaller mitgebracht, die von kurzen, nicht eine Minute langen Grindgranaten über alle Grenzen sprengende, punkinspirierte Klopfer wie „Component which doesn’t fit any machine“ bis hin zu traditionellem folkloristischen Liedgut reicht (das abschließende, in der Landessprache vorgetragene „Ohi Ohi Ach Ka Ka“) und bei denen nicht nur fiese gebrüllt, sondern auch schon mal alkoholselig gegrölt wird.

Dies ist eine der ganz wenigen Grind-Platten, die man guten Gewissens auch laufen lassen kann, wenn man Freunde im Haus hat – zum Tanzen gerade noch zu schnell, aber bereits nahe am Kopfnicker-Tempo – und der erfrischend wenig peinlich ist. Eines der Stücke heißt „S.O.S.“. Es kann nur ein gutes Zeichen sein, das man vorher nicht mit absoluter Gewissheit sagen kann, ob es sich dabei um ein ABBA-Cover handelt.

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