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PSYCHO LUNA - Göttin

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Artist PSYCHO LUNA
Title Göttin
Homepage PSYCHO LUNA
Label BLACK BARDS
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Seit der 2007er Tour mit THE BIRTHDAY MASSACRE dürften PSYCHO LUNA mittlerweile einen beachtlichen Bekanntheitsgrad in der einschlägigen Szene erzielt haben. Die Band aus Jülich wurde 1998 zunächst als Solo-Projekt gestartet und legt, zum Quintett gewachsen, nach diversen Samplerbeiträgen nun bereits ihr drittes Album vor. Dabei handelt es sich gleichsam um deren dritten Teil der „Eis-Welt-Trilogie“. Der Titel des Werkes „Göttin“ und auch der Name der Trilogie lassen vermuten, dass ein Konzept hinter dieser Veröffentlichung steckt. Und so ist es auch:

Erzählt wird die Geschichte eines Paares, welches durch kriegerische Auseinandersetzungen getrennt wird. Die einzelnen Songs berichten aus den unterschiedlichen Perspektiven der Protagonisten und sonstigen Beteiligten. Dabei werden die beliebten Themen Liebe, Glaube, Emotion, Religion etc. geschickt verarbeitet. Musikalisch kann man die Musik als eine Mixtur aus Mittelalterrock, Pop und einer Prise Punk bezeichnen. Dabei ist die sehr gitarrenorientierte Musik durchaus komplex und reduziert sich keinesfalls auf die üblichen Akkorde. Betrachtet man das Presseinfo genauer, so findet man einen Hinweis, dass Einflüsse unter anderem von THE CURE, MARILYN MANSON, HIM und RIO REISER (!) verarbeitet wurden. Dem kann ich ruhigen Gewissens zustimmen, obwohl sicherlich noch mehr Inspirationen zu finden sind und natürlich auch jede Menge eigener Stilmittel hinzukommen.

Nach dem einstimmenden, gesprochenen Intro „Blätter“ startet das Album mit „Feenpfad II“ durch – eine rockige, mid-tempo Nummer. „Engel: Hoffnung“ verstreut etwas Punkcharme mit dem flotten Refrain. „Herrin vom See“ hat für mich echten Ohrwurmcharakter und ist mein Lieblingssong des Albums. „Punkt: Mensch“ gefällt mir vor allem durch den Einsatz der unterstützenden Synthi-Melodie. Nach dem Zwischenspiel „Freiheit“ tritt bei „Komm wir leben“ die Elektronik noch etwas weiter in den Vordergrund, was für willkommene Abwechslung sorgt. Ein wirkliches Highlight ist „Mörder der Liebe“, das richtig schön schnell gespielt ist und großes Potential hat, viele Tanzflächen zu füllen. „System: Runter“ wirkt wieder etwas punkiger und ich möchte behaupten, auch Einflüsse von den TOTEN HOSEN heraushören zu können. Melancholischer und sentimentaler geht es bei „Lunata“ und dem Schlusstrack „Wenn ich gehe“ zu. Zuvor bietet „Alles nur getan“ wieder Nährboden für Ohrwürmer und „Glaube“ tummelt sich in Mittelaltergefilden.

Ein gutes Zeichen ist es, wenn es eine Band schafft, das man sich eine CD einer Musikrichtung komplett anhört, die man normalerweise nicht unbedingt präferiert. So geschehen bei PSYCHO LUNA. Durch überzeugende Kompositionen, ein durchdachtes Konzept und spielerische Qualität kann die Combo überzeugen. Mittelalter- und Rockfans sollten sich diese Band auf jeden Fall für die Zukunft merken.

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