Band Filter

PSYCHO LUNA - Nackt

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PSYCHO LUNA
Title Nackt
Homepage PSYCHO LUNA
Label MODERN ENTERTAINMENT
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.3/10 (4 Bewertungen)

„Nackt“, so betitelte die Jülicher Gothic-Pop-Punk-Band PSYCHO LUNA Ihr zweites Werk. Bestehend aus Frontmann Mr. Claudio Lunario, Bassistin Leila Lugosi, Gitarristen RK, Keyborder Alex O und Drummer B-Punkt setzt das Quintett mit diesem Album seine angestrebte Trilogie fort. PSYCHO LUNA stehen für Gothic Rock und Wavesound. Für Melancholie, Zorn, Zerbrechlichkeit und deutschsprachige Texte. „Nackt“ als Albumtitel soll Schwäche, Enthüllung, Ehrlichkeit, Erotik und auch Armut ausdrücken.

Los geht die musikalische Reise in die Abgründe der menschlichen Seele mit „Neunacht“ und melodisch rockigem Gitarrensound im Stil von SAMSAS TRAUM. Das Duett mit der Gastsängerin Jessy Jungle kommt sehr poppig rüber, wobei die Gitarre immer vordergründig zu hören ist. Ganz anders im zweiten Song „Flieg“, der mehr an die 80iger, an NDW- und Punksound erinnert. Witzige Samples und ein sich reimender Sprechgesang wechseln sich hier ab. Einen im Ohr bleibenden Refrain bietet der Song „Feenpfad“, wobei der sehr hohe Gesang von Jessy und sanfte Geigensamples hervorstechen. Insgesamt fällt der Track sehr poppig aus, umhüllt von kreativen Synthie-Einlagen. Total abgefahren und irre singt Mr. Lunario im Rock-Mix von „An Morgaine“. Eine flüsternde und fordernde Stimme in einem abgehackten elektronischem Soundgewühl. Mit diesem Lied konnte ich mich nicht anfreunden. Dafür umso mehr mit dem Titelstück des Albums. Mein Anspieltipp, mit wunderschönem erotischem Text, Schrammelgitarrensound und wohlklingendem Gesang. Beim Durchblättern des fotoreichen Booklets sind mir im Text zu „Honig 2“ dann etliche Rechtschreibfehler aufgefallen. Ob gewollt oder nicht kann an dieser Stelle nicht geklärt werden, derweil die Komposition mit leisen Pianoklängen beginnt. Mr. Lunario singt abwechselnd wütend, dann wieder weich und hoch. Sehr gut gefällt mir sein Gesang in „Waterfalls“. Der einzige Titel, der englische Strophen enthält. Rockig und schnell, unterbrochen nur von explosiven Schreien des Sängers. Passend zum Namen klingt „Rache“ wieder härter, wobei die weibliche Stimme und das Gitarrensoli die Highlights darstellen. Der letzte Song klingt ruhig und chillig und ist gleichzeitig auch als Video auf dem Album enthalten ist. „Nadel“ besticht durch einfühlsamen, schmeichelnden und melancholischen Gesang. Das Video zeigt die traurige Liebesgeschichte dazu, mit vielen Livebildern der Band.

In den Texten geht es meist um Sehnsucht, Wärme und Angst vor dem Tod. Anspruchsvoll offenbaren sich die Botschaften meist erst nach mehrmaligem Hören. Die Band sollte unbedingt über eine feste Aufnahme der jetzigen Gastsängerin Jessy nachdenken, denn Sie stellt mit Ihrer Stimme ein echtes Highlight dar. Wer Gefallen an PSYCHO LUNA gefunden hat, der braucht nicht mehr lange auf neues Material warten, denn das Ende der Trilogie – „Krieg der Götter“ – steht schon in den Startlöchern.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

PSYCHO LUNA - Weitere Rezensionen

Mehr zu PSYCHO LUNA