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PSYCHONAUT 75 - Infection

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Artist PSYCHONAUT 75
Title Infection
Homepage PSYCHONAUT 75
Label LYKOTYK RECORDS
Leserbewertung
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Meine Fresse, manchmal ist meine Arbeit schon schwer an der Grenze des Ertragbaren. Heute darf ich mich mit einer texanischen Band rumschlagen, die offen dem „guten“ Luzifer huldigt, was ich pauschal deplaziert finde, und dies besonders nicht per Musik vermarktet werden sollte. Also gut, im Death- und Black Metal Bereich ist so was ja an der Tagesordnung (und Mainman Michael W. Ford initiierte die im Underground recht bekannten BLACK FUNERAL), aber deswegen muss ich dies nicht gutheißen, denn politische und religiöse Hetzthemen verursachen bei mir Verstopfung, und es gibt auch intelligente Formationen wie DAS ICH, welche kunstvoll mit der Thematik umgehen können, ohne Stellung zu beziehen bzw. diese Themen nur ansprechen, aber nicht predigend eine Lösung bieten.

Wenn wir jetzt aber mal unparteiisch, wie wir natürlich sind, an das Thema rangehen, haben wir es mit einer Electro-Band à la YELWORC, DAS ICH oder KALTE FARBEN (wenn jemand die Band noch kennt) zu tun – schnelle, teilweise komplexe Elektrogerüste, die eine düstere Endzeitstimmung aufkommen lassen sollen, was ja die Thematik durchaus unterstützt! Das dezente Einbinden von Mittelalterinstrumenten peppt die Sache auf, und den Kompositionen kann man ein sehr lebendiges Wesen attestieren, sie funktionieren gut und bleiben hängen. Neu ist dieser Sound natürlich nicht, aber beim Design haben die Amis sich Mühe gegeben und man könnte glatt Gefallen daran finden, doch ist der Gesang der Akteure beizeiten unglaublich schlecht und selbst die Lautstärke und den Mix der gesamten EP muss ich gnadenlos disqualifizieren, das würde normalerweise selbst für Demo-Zwecke gnadenlos durchfallen. Somit haben wir zwar eine Torte mit leckerem Zuckerguss, die auf den ersten Blick ganz genießbar wirkt, aber nach dem ersten Bissen vergeht zumindest mir die Lust.

Wer also Lust auf eine satanische Band hat, die das Niveau einer lächerlich wirkenden Garagen-Band besitzt, und auf eine solche Qualität kann, der soll es halt in „Gottes Namen“ runterladen, denn die EP ist eh umsonst! Eigentlich schade, musikalisch ist man auf einem guten Weg, anspruchsvolle Musik abzuliefern, Potenzial ist da, aber da muss noch viel passieren, um es voll zur Entfaltung zu bringen. Die Musik wird bei einem abendlichen Opferungsritual, wo man sich am Grillplatz die geopferten Grillwürste zu Gemüte führt, bestimmt für das passende Ambiente sorgen.

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