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PSYCHONAUT - Unfold The God Man

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Artist PSYCHONAUT
Title Unfold The God Man
Homepage PSYCHONAUT
Label PELAGIC RECORDS
Leserbewertung
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Nein, in Belgien gibt es nicht nur Pommes, Schokolade und Waffeln, unsere westlichen Nachbarn sind auch musikalisch vielfältig unterwegs. Aus dem flämischen Mechelen grüßen PSYCHONAUT, die als Einflüsse für ihren Sound Bands wie LED ZEPPELIN, PINK FLOYD, TOOL und AMENRA nennen.

Sein Konzeptalbum „Unfold The God Man“ hat der Dreier bereits vor zwei Jahren in Eigenregie rausgebracht, aber zu diesem Zeitpunkt stand es nur den belgischen Landsleuten zur Verfügung; inzwischen hat Pelagic Records dafür gesorgt, dass die Debüt-Langrille weltweit zu kaufen ist. Auf die Ohren gibt es mit „All I Saw As a Huge Monkey“ zunächst einmal ein wuchtiges Instrumental, das in der Tat an die Altvorderen von TOOL denken lässt. Mit „The Story of Your Enslavement“ kommt Gesang und auch mehr Härte ins Spiel. So wie der Psych-Post-Metal-Prog-Rock-Sound von Peter Le Page (Drums), Stefan De Graef (Gitarre & Gesang) und Thomas Michiels (Bass & Gesang) keine leichte Mainstream-Kost ist, verlangt auch der Inhalt etwas mehr Aufmerksamkeit. Es geht um die Idee, dass die Menschheit einen Bewusstseinsverlust erlebt und den größten Teil ihres Wissens und ihrer Macht verloren hat. Hier setzt die Platte ein und erzählt die Geschichte, wie die Menschheit langsam ihr Bewusstsein wiedererlangt und auf eine höhere Ebene des Seins aufsteigt. Sollten Religion, Spiritualität und Philosophie nicht unbedingt zu den Steckenpferden des geneigten Hörers zählen, wird ein Genre-Fan dennoch von der epischen Wucht des 70-minütigen Neuntrackers begeistert sein. So kriecht „The Fall of Consciousness“ mit viel Wumms in die Gehörgänge, bevor das proggige „Sanada“ über knapp zehn Minuten in bester PINK-FLOYD-Manier aus den Boxen wabert. Ein Didgeridoo sorgt neben außergewöhnlicher Percussion auf dem halligen „Celestial Dictator“ für besondere Sound-Momente, ehe mit dem komplexen „Halls of Amenti“ erneut krachendes Gefrickel auf dem Plan steht. Sakral mutet währenddessen der Chorgesang auf „Nexus“ an, bevor der Closer „Nothing Is Consciousless“ nochmals alle Register zieht und sich für den fulminanten Abschluss eine Viertelstunde Zeit lässt.

Details wie das Stimmen der A-Seite auf 432 Hertz, weil das der pythagoreischen Sexte A1 entspricht und 432 ein Vielfaches der Zahl 9 ist, die wiederum eine mythologische Bedeutung hat, sind für mich ehrlich gesagt schmückendes Beiwerk, das jedoch nicht wirklich von Bedeutung ist. Wenn dieser Umstand allerdings PSYCHONAUT befähigt hat, „Unfold The God Man“ entstehen zu lassen, sollten sie unbedingt immer ihre Gitarren so stimmen!

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