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PSYCLON NINE - Crwn thy Frnicatr

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Artist PSYCLON NINE
Title Crwn thy Frnicatr
Homepage PSYCLON NINE
Label NOITEKK
Leserbewertung
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7.4/10 (5 Bewertungen)

Nach dem Abgang von GRENDEL kann man PSYCLON NINE neben TACTICAL SEKT wohl mit Fug und Recht als das Aushängeschild im NoiTekk Lager und damit als ganz oben auf der Prioritätenliste stehend bezeichnen. Da es sich bei „Crwn thy Frnicatr“ ja immerhin jetzt schon um das dritte Album der Amis handelt, darf es dann aber auch schon mal ein solcher gehobener „Status“ sein, zumal die Jungs innerhalb kurzer Zeit einen beachtlichen Reifeprozess hinter sich gebracht haben. Der Sprung von „Divine Infekt“ zu „INRI“ war enorm und nun ist ihr elektronisches Rezept erneut weiter verfeinert und ausgebaut worden.

Noch kompakter und intensiver als auf dem Vorgänger erklingt eine Symbiose aus Aggrotech bzw. Terror-EBM, Industrial-Tendenzen und atmosphärischer Dichte, zeitweise auch bereichert um Gitarreneinsatz. Diese qualitative Entwicklung ist umso bemerkenswerter, weil „Crwn the Frnicatr“, das den Untertitel „Evangelium di silenti“ trägt, von Frontmann Nero nahezu im Alleingang komponiert worden ist, nachdem Eric Gottesman im Vorfeld des Albums die Band verließ. Daher weist das Album und das, was im Einzelnen von den markerschütternden, extrem gepitchten Vocals verkündet wird, fast zwangsläufig eine starke persönliche Note auf. Nicht unterschlagen werden sollen dabei aber Mitgründungsmitglied Josef Heresy, der zumindest an einigen Lyrics mitgearbeitet hat, und die beiden neuen Mitstreiter Rotny und Filip, die dem Ganzen den würdigen Rahmen verleihen.

Mittlerweile haben sich PSYCLON NINE eine völlig eigenständige Identität erarbeitet, insbesondere die Rhythmik ist oftmals anders als das, was üblicherweise auf den EBM-/Electro-Tanzflächen zu hören ist, da die rhythmischen Strukturen vorrangig durch eine dynamische, ansatzweise maschinelle Bass-Drum beherrscht werden. Tracks wie „Better than suicide“ machen aber trotzdem oder gerade deshalb keine Gefangenen. Vor allem bei Stücken wie „Parasitic” oder “Anaesthetic (for the pathetic)“ wird dieses wütend-stampfende Element noch durch melodische Synth-Spuren aufgelockert. Hingegen zeigt „Scar of the deceiver“ mit der bereits genannten Verwendung von Gitarrenspuren eine andere Seite von PSYCLON NINE, die im Gesamtkontext mit den Vocals als leicht Black Metal-lastig eingeordnet werden kann. Daneben weist auch der Titeltrack derbes Riffing auf, steht von der Dynamik her aber eher elektronischem Industrial-Metal nahe.

Ungeachtet dieser verschiedenen Facetten wissen PSYCLON NINE sehr wohl, was sie wollen und haben ein in sich geschlossenes Album vorgelegt, das sie sicherlich auf der in Kürze anstehenden Tour auch angemessen präsentieren werden.

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