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PUISSANCE - Mother of Disease (Re-Release)

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Artist PUISSANCE
Title Mother of Disease (Re-Release)
Homepage PUISSANCE
Label EQUILIBRIUM MUSIC
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Im Jahr 1999, als die Menschheit sich darum sorgte, ob man unversehrt ins neue Millennium eintauchen würde, veröffentlichte das schwedische Duo PUISSANCE seinen dritten Langspieler, natürlich beseelt von Misanthropie und Hass auf den überwiegenden Teil der menschlichen Rasse. Frederik Söderlund und Henry Möller, die auch schon bei den schwarz-metallischen Kollegen MARDUK ergänzend tätig waren, sind politisch interessiert. Auf ihrer Homepage berichten sie von aktuellen Vorgängen des Weltgeschehens, insbesondere aus den US of A, die als Vorbereiter der Apokalypse zweifelsohne eine Sonderstellung inne haben. Mittlerweile ist man ja labeltechnisch im sonnigen Süden daheim und neben der Veröffentlichung des neuesten Werks „Grace of God“ im Vorjahr wird auch der Backkatalog der Skandinavier ausgeschlachtet. Nach „Let us lead“ und „Back in Control“ also die „Mother of Diseased“, remastered, neu (und sehr ansprechend) verpackt und mit einem Bonus Track ausgestattet.

Im Vergleich zu den Anfangstagen klingt man hier bereits deutlich ruhiger/ song-orientierter, eine Mischung aus Neoklassik, Ambient und Military, was sich besonders im Bereich der Percussion bemerkbar macht. Zu einem überwiegenden Teil könnte man zu den Stücken perfekt marschieren, da dies aber nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, berausche ich mich lieber an der dunkel-nihilistischen Stimmung. Wobei die Produktion an sich gar nicht so dunkel ist: Vieles klingt recht hell und ein wenig Plastikmäßig, eine druckvollere Sound-Aufbereitung gerade im Bassbereich hätte hier nicht geschadet. Andererseits verstanden es PUISSANCE schon damals, beängstigende Klanggemälde zu erschaffen, teils mit interessanten Syntheffekten ausgestattet, dann wieder von (elektronischen) Streichern veredelt. Hier und da werden auch mal ein paar Monologe ausgepackt, die unheilvoll aus dem Äther dringen und sich nicht mit den Schönheiten dieser Welt auseinandersetzen. Zweifelsohne wurde die provokative Bandphilosophie hier in ein adäquates Soundgewand gegossen, auf welches auch heute noch genügend Konkurrenzformationen aufbauen.

Da die Polen von Fluttering Dragon als Originalherausgeber nun auch nicht gerade zu den Größen der Branche gehör(t)en, dürfte es durchaus einen breiteren Interessentenkreis für diese handwerklich wie künstlerisch einwandfreie Wiederveröffentlichung geben.

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