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PUNISHABLE ACT - Rhythm Of Destruction

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Artist PUNISHABLE ACT
Title Rhythm Of Destruction
Homepage PUNISHABLE ACT
Label STREET JUSTICE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.4/10 (5 Bewertungen)

„Die Band ist einfach nicht tot zu kriegen!“ Mit diesen Worten wurden die Ostberliner Hardcore-Veteranen von PUNISHABLE ACT wohl schon mehrfach bedacht, und siehe da: Sie gelten (zum Glück) immer noch! Das Quintett blickt auf eine Geschichte zurück, die bereits 1985 begann und der man nun mit „Rhythm Of Destruction“ ein neues, gut 34 minütiges Kapitel hinzu fügen darf.

Bekam man auf dem Vorgänger-Release „From the Heart to the Crowd“ schon einen kleinen Vorgeschmack durch Kompositionen wie „Wallet First“ oder „Für immer (Forever)“, bewahrheitet sich der bereits gewonnene Eindruck, und die dadurch geschürten Erwartungen werden auch bei den 13 übrigen Stücken insgesamt erfüllt. Nach einem kurzen Intro beginnt auch schon der „Rhythmus der Zerstörung“ in typischer Hardcore-Manier. Man bekommt eine staubig groovende, fies stampfende, wenig inspirierte aber dafür ausgereifte und gekonnt arrangierte Portion aggressiven Klang-Guts serviert. Dabei gefällt man sich zum einen in gemäßigtem Midtempo wie unter anderem bei „Shove Your Ass“, „On the Streets“ oder beim Titelsong, andererseits drückt man aber auch bei beispielsweise „Five Minutes Explosion“ (der zwar nicht 5 sondern lediglich 1:03 Minuten kurz ist – dafür aber umso mehr „explodiert“) und „Victim of Society“ gehörig aufs Gaspedal. Die Wurzeln des damals noch unter dem Namen REASORS EXZESZ praktizierten Punks lassen sich bei dem Sound des Fünfers sicher nicht komplett verleugnen, jedoch überwiegt doch deutlich das saubere Hardcore-Riffing, welches nicht nur bei dem sehr guten „Justice For All“ auch mal in Richtung Metal abweicht, was durchaus gefällt. Das ist beim Thema Shouting leider nur bedingt der Fall: Mike am Mic variiert seine Vocals kaum, so dass es in der Hinsicht nur beim brachialem „Punisher“ eine wirkliche Abwechslung gibt. Doch auch hin und wieder von seinen Mitmusikern durch Crew-Shouts unterstützt schreit sich der Frontmann, welcher einen gehörigen Anteil an Fortbestehen der Truppe hat, solide durch den Longplayer, mit dem nicht nur Musik sondern auch einige Messages überbracht werden soll. So thematisieren „Government Bastard“ und „Justice for All“ Politiker, die laut der Band „ja selber Dreck am Stecken haben und dazu auch zur Verantwortung gezogen werden sollten“, während sich „1985“ mit dem Einfluss des aufkommenden Hardcores auf das Leben der damaligen Bandmitglieder beschäftigt, was ja dann zur Lebenseinstellung wurde. In „Punisher“ verarbeitet Mike seine Wut, die in ihm als Vater aufkommt, wenn er in den Medien von Misshandlungen und Vergewaltigungen hören muss und in „Five Minutes Explosion“ fordert er die Rezipienten dazu auf, Aggressionen anders heraus zu lassen, als in Form von Gewalt auf und in den Straßen.

Diese und noch einige weitere sozialkritische, aber auch die Szene betreffende Themen wurden auf dem nunmehr fünften Output gekonnt und mit annehmbarer Qualität vertont. Man mag den Ostberlinern vorwerfen, dass sie ihren Songs kaum Eigenständigkeit verleihen, aber sie machen auch keinen Hehl daraus: „Sicher, wir haben diese Musik nicht erfunden, aber wir leben und lieben sie…“. Diese Einstellung ist „PA“ auch auf diesem Album anzumerken und sie wird mit reichlich Können auch gut umgesetzt. Sie machen genau den Oldschool-Hardcore, dem sie ihren Lebensstil verdanken und stehen dabei AGNOSTIC FRONT oder den frühen BIOHAZARD nicht viel nach. Und dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören, beweisen sie auch auf diversen Konzertausschnitten im Rahmen eines ziemlich interessanten Interviews mit der Band im integriertem „Enhanced Videopart“, der einen weiteren Anreiz liefert, dieses Stück Freunden des gepflegten, nicht allzu innovativen, aber um so intensiveren Hardcores zu empfehlen. An dieser Stelle möchte ich Kollege Fafnir zitieren, dessen lobende Worte es sogar in den offiziellen Pressetext geschafft haben und nicht nur deshalb einfach den treffendsten Abschluss bereiten: „This is the Sound of Berlin Hardcore! Of German Hardcore!“

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