| Artist | PURID |
| Title | My Own Worst Enemy |
| Homepage | PURID |
| Label | EIGENPRODUKTION |
| Leserbewertung |
Immer wieder hört man davon, dass sich vor allem die noch in den Startlöchern einer möglichen und hoffentlich erfolgreichen Karriere stehenden Bands nicht in eine Schublade drängen lassen wollen. Lieber konzentriert man sich auf die musikalische Basis und vor allem die eigenen Vorlieben – frei von Trends und kommerziellem Denken. Zu dieser Zunft zählen auch fünf Osnabrücker Burschen, die sich 2001 unter dem Namen PURID zusammengefunden haben, um gemeinsam zu musizieren und nach ein paar personellen Änderungen nun mit „My Own Worst Enemy“ eine 6-Track-EP auf die Welt loslassen.
Der Opener „Worst Case Scenery“ kommt gleich mal recht stampfig um die Ecke und biegt dann etwas schleppend auf die Gerade in Richtung Refrain ein, der sehr melodisch und einprägsam von Sänger Pascal eingesungen wurde. Stimmlich wechselt er von leicht aggressiven Shouts in teilweise melancholischen bzw. ziemlich feinfühligen Gesang, was ihm – das sei hier schon mal vorweg genommen – auch über die gesamte Laufzeit recht gut gelingt und diesen Song schlussendlich zu einem sehr vorzeigbaren Titel macht. Die Nu Metal-Einflüsse lassen sich bei Kompositionen wie „Breathing hate“ oder „Shattering“ nicht von der Hand weisen, während bei „Dark Red Moments“ wieder die gefühlvolle Seite nach außen gekehrt wird. So kommt eine ziemlich melancholische Rockballade zum Vorschein, die ein wenig an STAINED erinnert. Mit „Gefühlsduselei“ halten sich dann „Where Shadows grow“ und „Destroyed“ nicht mehr wirklich auf. Diese schlagen in die gleiche Kerbe wie bereits „Breathing hate“. Schlagzeug, Gitarre und Bass wummern nicht nur bei diesen Tracks ansprechend aus den Boxen.
Qualitativ ist die Scheibe für eine Eigenproduktion schon sehr gut gelungen, der Sound klingt weitestgehend klar, könnte aber hier und da noch mehr Varianz aufweisen. Was das Musikalische angeht, liefern PURID einen guten Mix aus Rock und Nu-Metal-Einflüssen, angelehnt an z.B. DEFTONES, STAINED oder auch KORN, jedoch heben sie sich nicht wirklich aus der breiten Masse von ähnlichen Bands ab. Manchmal kann es eben doch von Vorteil sein, sich einen Platz in einer vielleicht noch nicht zu überfüllten Schublade zu sichern. Andererseits liefern PURID die Musik, die sie liefern wollen und auch getrost liefern können, so dass Freunde von Rock und modernem Metal sich nicht scheuen sollten, sich die Jungs mal anzuhören.

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